Als der Reinhold Messner1 meines Freundeskreises wäre es widersinning gewesen, nach London, als Punkt 2 der Heimreise, direkt den momentanen Studienort anzusteuern, weswegen ich schnell noch weitere Punkte auf der Landkarte markiere und nun auf einer Couch Sigur Ros hörend Versuche anstelle, die vergangenen Tage zu rekapitulieren. Zum einen wäre da die Besitzerin der Couch ein guter Beginn, schließlich fühle ich mich einmal mehr mit Wehmut erfüllt zu wissen, einen Couchsurfer-Host verlassen zu müssen. Manche Menschen machen es einem eben nicht leicht, sie nicht augenblicklich dem Freundeskreis beimengen zu wollen, und Ewelina, das leicht neurotische, energiegeladene, humorvolle Mädchen mit der wohl gemütlichsten Einzimmerwohnung inmitten eines der hiesigen Sovietwohnblocks, ist eine davon. Dennoch muss ich bei meiner Ausführung achtgeben, sie wäre im Stande diese zu lesen und mich, weniger wegen der dargebrachten Charakterisierung als meiner mangelhaften Beistrichsetzung, ein weiteres Mal auf die Schaufel zu nehmen.
(Mittlerweile läuft 60er Jahre Soul und Ikea-Männer bauen vor meinen Augen einen Schrank zusammen...)
Aber auch der Charme der polnischen Hansestadt selbst, sowie einige Einwohner, mit denen ich sprach/sprechen konnte, überraschten mich im positivsten Sinne. Eine nette Altstadt, ein Hafen, welcher wohl bereits von der einen oder anderen ansäßigen Band als Kulisse für Promoshots herhalten musste, und besonders erfreulich: Mountain Dew in 2 Liter Flaschen. W00t!
Neidern und Gourmets sei an dieser Stelle verraten, dass ich plane, meine Reseller-Funktion wieder aufzunehmen...
Einige Stunden später habe ich mich an einem der Internetcomputer der Universitätsbibliothek eingefunden und bringe nun meine Notizen in eine haltbare Form. Anschließend geht es an den Flughafen, um mich irgendwann nach Mitternacht am nächsten Zwischenstopp einzufinden.
Und da sich wohl früher oder später die Frage meiner Rückkehr an den erwähnten Studienort in den Köpfen der Verbraucher dieses öffentlich zugänglichen Monolog-Monstrums manifestieren wird, nehme ich hier großzügigerweise die Antwort vorweg: nach dem nächsten Stopp ist Schluss.
1) "Do wor i naunit, do muars i hin!"
Donnerstag, 27. November 2008
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