Noch nicht so ganz genesen sitze ich Substandard-Leibnitz-Butterkeks einmal mehr, Die Kreuzen hörend, in einem Zug nordwärts um die Tage meines kurzfristigen Österreich-Intermezzos hinter mich zu lassen. Ich war für einige Tage zurückgekehrt um eine herzerwärmende "Wos mochstn du scho wieda do?"-Freude in die Gesichter loyaler Schlachthofbesucher zu zaubern. Die erwähnte Zeitspanne wurde zudem mit Lagerfeuer-für-Arme-Lagerfeuerromantik und einen Zwischenstopp in Berlin zum Gemüte führen guter Musik abgerundet.
Denkwürdig waren diese Tage auch aufgrund neu angehäufter Erkenntnisse über das wahre Fassungsvermögen meines Hoodies, nach Zahnarzt riechende Bauchnabelpiercings, die schier unglaubliche Nutzlosigkeit von Paprikaentkernern und die gewonnene Gewissheit dass Gaslight Anthem wirklich die beste Band der momentanen Welt sei.
Und hier, werter Leser, sei es Ihnen ans Herz gelegt, dass, sollten Sie Anhänger erwähnter Musikgruppe sein, Sie mit dem Lesen aufhören - es würde Sie nur wütend machen.
Dann halt nicht.
Um nachfolgendes Konzert"review" kürzer zu gestalten, wäre es vermutlich einfacher die Mängel, anstatt der Komponenten welche einfach perfekt gepasst hatten, aufzuzählen. Dennoch: perfekter Sound, enthusiasmiertes Publikum, sympatischster Frontman1, beste Liedauswahl (ein Unterfangen, welches bei 90 Minuten On-Stage Time ohnehin kein besonders schwerer Wurf mehr darstellte) und vom Seele-aus-dem-Leib-brüllen zu Woody, Contender oder '59 Sound (um nur einige zu nennen) bis hin zu den ersten Tränen seit langer Zeit auf einer Show (der Herr da war der Letzte der mich gefährlich nah daran geführt hatte) zu Blue Jeans waren alle Gefühlsausbrüche vertreten.
Kurz und Gut: Beste Show des Jahres - egal was noch komme.
1) <3
Sonntag, 31. August 2008
Donnerstag, 28. August 2008
Sleep
Hi it's me
I'm bored again
All is well, I'm not insane
I've been drunk for seven days
everything is fine
I made some friends
broke the ice
then I ate bread and cheese
to gain some weight and keep me warm
everything's ok
it's me
delivering psychosis
over the interblawg to you
i color your world blue
940 miles from you I'm sinking all alone
treading new waters
i miss my buoy
I'm bored again
All is well, I'm not insane
I've been drunk for seven days
everything is fine
I made some friends
broke the ice
then I ate bread and cheese
to gain some weight and keep me warm
everything's ok
it's me
delivering psychosis
over the interblawg to you
i color your world blue
940 miles from you I'm sinking all alone
treading new waters
i miss my buoy
Mittwoch, 27. August 2008
Party
"You can find me in the pub, bottles full of rob."1 Das Semester hat offiziell begonnen und zu den temporären Wahlschweden gesellen sich nun auch wahrhaftige Mittelskandinavier - diesen jedoch ist es nicht vergönnt die freien Bewegungsbahnen der ausländischen Mitstudenten auszukosten und so fluteten sie am Tag des Semesterbeginns im Gänsemarsch und mit einer Hand fest an einem Seil, welches sie in Gruppen zu zehnt bis dreißig knüpft, die Gänge und Räumlichkeiten der Hochschule. Begeistert ließ ich mich über die Ironie des aufgedrängten Verantwortungsentzug der Neulinge aus, just am ersten Tag ihres Studiums und somit - so möge man vermuten - auch der erste Tag einer neuen Selbstständigkeit.
Diese konnten sie jedoch späteren Abends unter Beweis stellen, bzw. alle Annahmen über die Existenz dieser beseiten - das Student Pub zelebrierte den Semesterbeginn. Und während am Dancefloor ernsthafte Moves gebusted wurden, nutzte ich die Zeit bis zur Sperrstunde um mich von meiner geselligen und kontaktfreudigen Seite zu zeigen. Die Schweden im Gegensatz - zumindest laut Klischee - sind ja da eher zurückhaltener, wenn nicht sogar ein bisschen feige. Zumindest wurde mir das von einem, dem Klischee widersprechenden Studenten nahegelegt. An seinen Landsmännern früherer Tage ließ er jedoch kein Haar, sie seien Umfaller, Feiglinge, haben eine seltsame Auffassung von Neutralität und würden sich gerne mal im Norden Europas vom restlichen Europa verstecken, ähnlich wie sich ihre U-Boote seit Jahren erfolgreich in ASW Übungen den Blicken der US Navy entziehen. Diese jedoch nicht frohen Mutes je aufzugeben verlängern Jahr für Jahr das Katz-und-Maus-Spiel mit Schweden um ein weiteres Jahr. Es kann sich allerdings nur um eine Frage der Zeit handeln bis selbst die Schweden sich außer Lage finden ihren U-Boot-Stolz zu finden und dieser erst nach 300 Jahren unverhofft auftaucht um ruhmvoll einen Platz in einem Museum eingeräumt zu bekommen.
Ein Wort noch zum Thema Partytime, excellent. In Skandinavien vorherrschendes Kaffee-Franchise-Unternehmen sind die hier. Und auch wenn ich kein Anhänger koffeinhaltiger Heißgetränke bin, denke ich doch eine Stätte gefunden zu haben um das eine oder andere sozial-behaviorale Experiment mit neurochemischen Einflüssen zu wagen.
1) 50 Cent's "In da Club", Interscope 2003
Diese konnten sie jedoch späteren Abends unter Beweis stellen, bzw. alle Annahmen über die Existenz dieser beseiten - das Student Pub zelebrierte den Semesterbeginn. Und während am Dancefloor ernsthafte Moves gebusted wurden, nutzte ich die Zeit bis zur Sperrstunde um mich von meiner geselligen und kontaktfreudigen Seite zu zeigen. Die Schweden im Gegensatz - zumindest laut Klischee - sind ja da eher zurückhaltener, wenn nicht sogar ein bisschen feige. Zumindest wurde mir das von einem, dem Klischee widersprechenden Studenten nahegelegt. An seinen Landsmännern früherer Tage ließ er jedoch kein Haar, sie seien Umfaller, Feiglinge, haben eine seltsame Auffassung von Neutralität und würden sich gerne mal im Norden Europas vom restlichen Europa verstecken, ähnlich wie sich ihre U-Boote seit Jahren erfolgreich in ASW Übungen den Blicken der US Navy entziehen. Diese jedoch nicht frohen Mutes je aufzugeben verlängern Jahr für Jahr das Katz-und-Maus-Spiel mit Schweden um ein weiteres Jahr. Es kann sich allerdings nur um eine Frage der Zeit handeln bis selbst die Schweden sich außer Lage finden ihren U-Boot-Stolz zu finden und dieser erst nach 300 Jahren unverhofft auftaucht um ruhmvoll einen Platz in einem Museum eingeräumt zu bekommen.
Ein Wort noch zum Thema Partytime, excellent. In Skandinavien vorherrschendes Kaffee-Franchise-Unternehmen sind die hier. Und auch wenn ich kein Anhänger koffeinhaltiger Heißgetränke bin, denke ich doch eine Stätte gefunden zu haben um das eine oder andere sozial-behaviorale Experiment mit neurochemischen Einflüssen zu wagen.
1) 50 Cent's "In da Club", Interscope 2003
Sonntag, 24. August 2008
See
Meeresrauschen hören, am Sandstrand sitzend. Check. Meeresrauschen hören, am Schotterstrand sitzend. Check. Meeresrauschen hören, auf einer Fähre sitzend. Check. Doch zum ersten Mal sitze ich auf einem Bahnsteig etwa 10 Meter eines Sees entfernt, der in etwa eine Fläche von Berlin, zwei Mal Wien, Liechtenstein und der Republik Nauru zusammen aufweist. Wem dieser zauberhafte Vergleich jedoch jetzt erst wieder nicht weiterhilft, der kann sich ja auch gut und gerne rund 15200 königsberger Haken vorstellen oder wenn es exakter sein soll eben 8000 fränkische Hufe.
Doch zurück zur Seebeschaffenheit, nicht dessen Größe. Ich saß nun da und lauschte andächtig dem meeresrauschenähnlichen Rauschen des Sees, nur getrennt durch zwei Meter Bahnsteig vor mir, den Gleisen, eine durch einen Zaun halbierte Grünfläche und dahinter war bereits das Wasser. Oder vatten, wie es der Schwede sagen würde, was Einfallslosigkeit sei Dank vermutlich auch gleich zur Namensgebung des Sees beigetragen hatte - der Vättern.
Richtig schön an einen Sonnentag wie diesen, der zweite in Folge im übrigen, was für diese Gegend ja beinahe schon einen Rekordwert darstellen müsste. Mehr regnet es vermutlich wirklich nur in Bergen, dafür soll es da ja auch ganz bezaubernd sein. Aber so brennt mir halt die Sonne ins Genick und wäre ich ein Schwede - nicht nur ein Schwede im Familiennamen wie bisher - würde ich in diesen Moment vermutlich gerade mit dem Kopf gegen den Himmel gerichtet und geschlossenen Augen der prallen Sonne zugewendet stehen um meinen Vitamin D Mangel den gewaltlosen Kampf anzusagen. Der skandinavische Satyagraha der Moderne. (Widerwillenkundtuungen über diesen und andere diffuse Vergleiche schicken Sie bitte an gewohnte Adresse.)
Sehr gerührt vom Bild um mich wie versteinert rumstehender tollkühner, hoch gewachsener blonder Schweden steige ich in den Zug mit der Aufschrift "Vättertåg" ein und auch wenn dieser eher gut gefüllt ist, eines muss man den Schweden lassen: die zweite Klasse ihrer Regionalzüge entspricht der Comfortklasse des 5022ers des Heimatlandes. Zwar zahlt man das auch, aber immer noch besser als man bezahlt1 die kostspieligen "Uuuh, der Vertrag war einfach so lang, darum haben wir ihn einfach nicht gelesen"-Versagen Martin Hubers.
Ich sage genug versagt, hier --> o_o <-- gibts Bildmaterial zum heutigen Tag für Leute die das hier tatsächlich bis zum Ende gelesen haben. Versager.
1) laut einer ZIB Sendung werden im Herbst wieder die Fahrkartenpreise angehoben. Leider konnte ich hierzu keine Internetquelle finden.
Doch zurück zur Seebeschaffenheit, nicht dessen Größe. Ich saß nun da und lauschte andächtig dem meeresrauschenähnlichen Rauschen des Sees, nur getrennt durch zwei Meter Bahnsteig vor mir, den Gleisen, eine durch einen Zaun halbierte Grünfläche und dahinter war bereits das Wasser. Oder vatten, wie es der Schwede sagen würde, was Einfallslosigkeit sei Dank vermutlich auch gleich zur Namensgebung des Sees beigetragen hatte - der Vättern.
Richtig schön an einen Sonnentag wie diesen, der zweite in Folge im übrigen, was für diese Gegend ja beinahe schon einen Rekordwert darstellen müsste. Mehr regnet es vermutlich wirklich nur in Bergen, dafür soll es da ja auch ganz bezaubernd sein. Aber so brennt mir halt die Sonne ins Genick und wäre ich ein Schwede - nicht nur ein Schwede im Familiennamen wie bisher - würde ich in diesen Moment vermutlich gerade mit dem Kopf gegen den Himmel gerichtet und geschlossenen Augen der prallen Sonne zugewendet stehen um meinen Vitamin D Mangel den gewaltlosen Kampf anzusagen. Der skandinavische Satyagraha der Moderne. (Widerwillenkundtuungen über diesen und andere diffuse Vergleiche schicken Sie bitte an gewohnte Adresse.)
Sehr gerührt vom Bild um mich wie versteinert rumstehender tollkühner, hoch gewachsener blonder Schweden steige ich in den Zug mit der Aufschrift "Vättertåg" ein und auch wenn dieser eher gut gefüllt ist, eines muss man den Schweden lassen: die zweite Klasse ihrer Regionalzüge entspricht der Comfortklasse des 5022ers des Heimatlandes. Zwar zahlt man das auch, aber immer noch besser als man bezahlt1 die kostspieligen "Uuuh, der Vertrag war einfach so lang, darum haben wir ihn einfach nicht gelesen"-Versagen Martin Hubers.
Ich sage genug versagt, hier --> o_o <-- gibts Bildmaterial zum heutigen Tag für Leute die das hier tatsächlich bis zum Ende gelesen haben. Versager.
1) laut einer ZIB Sendung werden im Herbst wieder die Fahrkartenpreise angehoben. Leider konnte ich hierzu keine Internetquelle finden.
Samstag, 23. August 2008
Namen
"I love riding the train."1 Nach 4 Zugfahrten und 3 Zwischenstopps, welche eine Gesamtzeit von etwa 24 Stunden in Anspruch nahmen, befinde ich mich nun im 3. größten Musikexport-Land der Welt. Und da Zugfahrten unweigerlich Gedanken(irr)gänge begünstigen bleibt mir nun nichts anderes über als über gesundheitlich angegriffene Zugbekanntschaften, zu Russell Crowes Äußeren conguente Kondukteure und en järnvägsstation i Helsingborg zu berichten. Das Bindeglied welche diese Akteure gleichsam zu einen Akkord eint sind eines: ihre Namen.
Erstgenannte, eine Dame von Welt - Interesse in Tanz, Theater und Poesie - teilt sich ihren baskischen Namen mit einer Schule sowie einem See in einer amerikanischen Stadt, welche wiederum ausschließlich aus einem Namen, diesmal germanischen Ursprunges, besteht.
Der Kondukteur wiederum hieß einfach nur Hans. Zumindest laut seinem Namensschild, womit er sich entweder zu drittklassigen Schauspielerinnen wie Madonna und Cher gesellt, seine bisherige Berufslaufbahn als Frisör oder in einem etwas horizonaleren Gewerbe verlebte oder auch ganz einfach nur der erste seiner Art ist. Und kein [männlicher Vorname]son, wie etwa der hier.
Zu guter letzt wäre dann auch noch die Zughaltestelle, an der nicht mal Regionalzüge noch Halt machen, wobei sie doch so einen klingenden und vertrauten Namen hätte. Und Gaslight Anthem Fans aufleuchten lässt.
Doch wie es die Bauweise eines Nerdhirnes halt nun mal mit der Buchstabenwelt hält, hält das Interesse gegenüber dieser meistens nur solange an bis es 10 vor 2 ist. Bzw. 10 vor 14 Uhr. (Von mir aus auch 10 nach 10.) Wurde auch stehts behauptet, dies sei eine optisch schöne Uhrzeit, fühle ich mich von dieser einfach nur frech angegrinst und stelle selbst Überlegungen an, wie eine ästhetische Uhrzeit wohl auszusehen hätte. Die Uhrzeiger müssten dazu wohl - klassisch - in einem Winkel von 222,5 Grad zueinander stehen, wobei es nicht reichen würde, die zwei Zeiger wahllos in diesem Winkel auf eine Uhr zu pappen, nein, es müsste auch bedacht werden, dass jede halbe Minute der Stundenzeiger die Distanz eines Grades der gedachten Uhr zurücklege während der Minutenzeiger unermüdlich in dieser Zeit 3 Grad hinter sich ließ. Mit anderen Worten, die gezeigte Uhrzeit solle nicht nur optisch schön, frech grinsend oder sonst was sein, sondern auch sinnhaft und möglich.
Lösungsvorschläge sind gern gesehen.
Und nach 2 Tagen vollkommenen Stillstandes werfe ich morgen wieder in einen Zug. Yeah.
1) No one lives forever, Monolith Productions 2000
Erstgenannte, eine Dame von Welt - Interesse in Tanz, Theater und Poesie - teilt sich ihren baskischen Namen mit einer Schule sowie einem See in einer amerikanischen Stadt, welche wiederum ausschließlich aus einem Namen, diesmal germanischen Ursprunges, besteht.
Der Kondukteur wiederum hieß einfach nur Hans. Zumindest laut seinem Namensschild, womit er sich entweder zu drittklassigen Schauspielerinnen wie Madonna und Cher gesellt, seine bisherige Berufslaufbahn als Frisör oder in einem etwas horizonaleren Gewerbe verlebte oder auch ganz einfach nur der erste seiner Art ist. Und kein [männlicher Vorname]son, wie etwa der hier.
Zu guter letzt wäre dann auch noch die Zughaltestelle, an der nicht mal Regionalzüge noch Halt machen, wobei sie doch so einen klingenden und vertrauten Namen hätte. Und Gaslight Anthem Fans aufleuchten lässt.
Doch wie es die Bauweise eines Nerdhirnes halt nun mal mit der Buchstabenwelt hält, hält das Interesse gegenüber dieser meistens nur solange an bis es 10 vor 2 ist. Bzw. 10 vor 14 Uhr. (Von mir aus auch 10 nach 10.) Wurde auch stehts behauptet, dies sei eine optisch schöne Uhrzeit, fühle ich mich von dieser einfach nur frech angegrinst und stelle selbst Überlegungen an, wie eine ästhetische Uhrzeit wohl auszusehen hätte. Die Uhrzeiger müssten dazu wohl - klassisch - in einem Winkel von 222,5 Grad zueinander stehen, wobei es nicht reichen würde, die zwei Zeiger wahllos in diesem Winkel auf eine Uhr zu pappen, nein, es müsste auch bedacht werden, dass jede halbe Minute der Stundenzeiger die Distanz eines Grades der gedachten Uhr zurücklege während der Minutenzeiger unermüdlich in dieser Zeit 3 Grad hinter sich ließ. Mit anderen Worten, die gezeigte Uhrzeit solle nicht nur optisch schön, frech grinsend oder sonst was sein, sondern auch sinnhaft und möglich.
Lösungsvorschläge sind gern gesehen.
Und nach 2 Tagen vollkommenen Stillstandes werfe ich morgen wieder in einen Zug. Yeah.
1) No one lives forever, Monolith Productions 2000
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