Schweden hat mich, wenn auch nicht mehr für lange Zeit, wieder. Wie der erste Eintrag meiner Reise erblickt nun auch der letzte das Licht der Welt aus meinen vier Wänden heraus. Freitag und Samstag Vormittag überließ ich Köln die Ehre, meinen Trip ausklingen zu lassen. Diese Klänge variierten stark von dem wunderbaren Liveklang Sometrees, denen ich am Freitag Abend zu horrendem Eintrittspreis ins Blue Shell gefolgt war, bis hin zum leicht dissonanten, doch sympathischen Gesang alter Wizo Klassiker meiner Couchsurfer-Hostess Lisa beim Nachhauseweg vom erwähnten Konzert.
Was bleibt noch über diese fremde Heimat, Heimat der Mohrrüben1, Kürbisköpfen2 und Kommas3 zu sagen? Zum einen, dass man sich wohl glücklich schätzen konnte, vor Köln vom Weihnachtsrummel verschont geblieben zu sein, Lamas einfach nicht in Fussgängerzonen passen und dass man hier an oder in die Uni geht, niemals auf. Sagte ich gehen? Ich meinte laufen4.
Soviel in aller Kürze zu meinem letzten Stopp, ich werde mich nun daran machen, die Leaks und Nachrichten der letzten anderthalb Wochen nachzuholen. On the road gehen diese immer spurlos an mir vorbei, weswegen ich gerade mal einige Informationsfetzen über ein problemgeplagtes Indien und den Schengenbeitritt der Schweiz mein Eigen nennen kann. Besonders bei zweiterem kann ich jetzt bereits laut gewordene Kritikerstimmen verstehen, habe man mit der Schweiz, dem nachfolgenden Belangen das China Europas, ja seit eh und je seine liebe Not. Unschuldige Vorarlberger, werft ab sofort mehr den je ein ganz besonderes behütendes Auge auf eure lieben Haustiere, um sie vor diebischen Schweizer Haubenrestaurants fern zu halten. Verarbeitet sie lieber selber zu Schmalz, wie bisher.
Zusätzlich zu diesem Wort-Gespeih habe ich im übrigen die bisherigen (Reise-) Posts mit fehlenden Verlinkungen verfeinert, möge dem gelangweilten Durchschnittsleser ein ebenso gelangweiltes Zweitlesen, oder alternativ dem Nachholen von Verpasstem, nichts mehr im Wege stehen. But hurry up before the whole internet goes illegal!
1) Karotten
2) Bluza; in diesem Fall die beleidigende Bezeichnung. (Als Demonstrationszweck sprachlicher Unterschiede und nicht als Beleidigung deutscher Einwohner.)
3) Nachdem man in Activity-Manier beim Erklären und pantomimischen Darstellen eines Beistriches gescheitert war, errang man durch das Aufzeichnen des Beistriches den ersehnten Erfolg in Form eines "Ach, ein Komma"-Ausrufes beim Gegenüber
4) ...und mit "laufen" meine ich gehen. Zumindest als Deutscher.
Samstag, 29. November 2008
Freitag, 28. November 2008
Airport Control - Nachtrag Danzig1, Donnerstag Abend
Ob es der monströse blaue Fleck an meiner linken Hand vom Rodeln in Stockholm, mein verdutzter Gesichtsausdruck beim Erblicken eines "All White Shuttle Service"s in Liverpool oder eben die Flughafenkontrolle in Danzig ist - Kuriositäten habe ich aus jedem Land mitgenommen. Da ich mich aber bei besagter Kontrolle nicht auf die Auflistung oder gar, wie mit anderen Situationen, auf das durch den Rost fallen lassen beschränken will, hier eine kurze Schilderung des Erlebnisses.
Da ich nicht wusste, ob mir Lockerheit oder Strenge bei der Flughafenkontrolle passieren werde, beschloss ich, mein Handy samt Holster im Handgepäck zu verstauen. Sobald ich die Sicherheitsleute erblickte, meinte ich richtig gehandelt zu haben. Mein erster Gedanke: "Was zum Teufel?...Armeeklamotten?!" 7 oder 8 Mitarbeiter für zwei Kontrollstellen, allesamt in Armeekluft. Die Leute, die vor mir durch das Röntgen der Fluggastkontrolle gingen, wurden trotz ausbleibenden Aufschreien des Gerätes zusätzlich mit den Händen befühlt und ich malte mir ein ähnliches Szenario für meine Wenigkeit aus.
Als ich Rucksack und Tascheninhalt im Körbchen einem der Sicherheitsleute überreichte, meinte dieser, nachdem ich seine Fragen nach Laptop oder Flüssigkeiten verneinte, ob sich weitere Elektronik im Rucksack befände. "A Camera", antwortete ich. "Small or big one?" - "Big one." - "You better show me then." - "I've got a mobile phone as well." - "They're okay." "I don't know, it's a rather big one as well, like the camera" meinte ich und und kramte das Handy hervor. Der Sicherheitsmann beginnt zu lachen. Er winkt seinen Kollegen zu und spricht mit erhobener Stimme: "Hey check it out! It's a mobile phone!" Binnen Sekunden stürmten alle Sicherheitsleute herbei, manche lachend, manche staunend, als würde es sich hierbei um den heiligen Gral handeln. Das Telefon wird herumgreicht, ein brillentragender, etwas rundlicher Sicherheitsmann meint, es sei dieses und dieses Modell (Nerd...), ich verneine jedoch. Ein wieder anderer Kollege meint, ich hätte da ja fast eine Waffe und die Truppe beginnt erneut zu lachen.
Ich durchschreite den Körperscanner und breite meine Arme aus, der Sicherheitsangestelle winkt jedoch ab und gesellt sich wieder zu seinen Kollegen. Erst jetzt bemerke ich, dass Kontrollposten Nummer 2 wohl schon eine volle Minute unbesetzt ist und begebe mich zu meinem Hab und Gut. Der Nerd-Beamte fragt, ob er es öffnen dürfe (bitte auf der Zunge zergehen lassen: Leute, die dafür angestellt worden sind überall reinzusehen, egal was man davon hält, fragen um meine Erlaubnis), ich nicke und er nimmt den Akku ab und sucht die Modellnummer. "Maybe it's a prototype?" meint einer - Gelächter.
Ich lasse ihnen ihr Spielzeug und beginne meine Sachen einzusammeln. Erst jetzt bemerkt der Sicherheitsmann, der gerade mein Handy hält, den Holster neben dem Rucksack liegen, nimmt ihn stutzig in die Hand und bevor er überhaupt eine Frage stellen kann meine ich: "For the mobile phone. It wouldn't fit into my pockets". "I told you, you had a weapon there", meint dieser schmunzelnd, dreht sich zu seinen Kollegen und meint "Hey guys, look" und mimt mit einer Hand einen Schulterholster wie meinen und nimmt mit einer raschen Bewegung der anderen Hand das Handy hervor und meint: "Hello?" Schallendes Gelächter. Ich sage "Yeah, I should have done that to fool you guys." und sie lachen wieder. Ich bekomme mein Spielzeug zurück und ich packe meine restlichen Sachen, während sie die Arbeit wieder aufnehmen.
So - und nicht anders - sollten Sicherheitskontrollen ablaufen.
1) Ich bin ja eher Anhänger der polnischen Version, Gdansk, aber um der deutschsprachigen Linie treu zu bleiben bin ich gewillt, es Danzig zu nennen.
Da ich nicht wusste, ob mir Lockerheit oder Strenge bei der Flughafenkontrolle passieren werde, beschloss ich, mein Handy samt Holster im Handgepäck zu verstauen. Sobald ich die Sicherheitsleute erblickte, meinte ich richtig gehandelt zu haben. Mein erster Gedanke: "Was zum Teufel?...Armeeklamotten?!" 7 oder 8 Mitarbeiter für zwei Kontrollstellen, allesamt in Armeekluft. Die Leute, die vor mir durch das Röntgen der Fluggastkontrolle gingen, wurden trotz ausbleibenden Aufschreien des Gerätes zusätzlich mit den Händen befühlt und ich malte mir ein ähnliches Szenario für meine Wenigkeit aus.
Als ich Rucksack und Tascheninhalt im Körbchen einem der Sicherheitsleute überreichte, meinte dieser, nachdem ich seine Fragen nach Laptop oder Flüssigkeiten verneinte, ob sich weitere Elektronik im Rucksack befände. "A Camera", antwortete ich. "Small or big one?" - "Big one." - "You better show me then." - "I've got a mobile phone as well." - "They're okay." "I don't know, it's a rather big one as well, like the camera" meinte ich und und kramte das Handy hervor. Der Sicherheitsmann beginnt zu lachen. Er winkt seinen Kollegen zu und spricht mit erhobener Stimme: "Hey check it out! It's a mobile phone!" Binnen Sekunden stürmten alle Sicherheitsleute herbei, manche lachend, manche staunend, als würde es sich hierbei um den heiligen Gral handeln. Das Telefon wird herumgreicht, ein brillentragender, etwas rundlicher Sicherheitsmann meint, es sei dieses und dieses Modell (Nerd...), ich verneine jedoch. Ein wieder anderer Kollege meint, ich hätte da ja fast eine Waffe und die Truppe beginnt erneut zu lachen.
Ich durchschreite den Körperscanner und breite meine Arme aus, der Sicherheitsangestelle winkt jedoch ab und gesellt sich wieder zu seinen Kollegen. Erst jetzt bemerke ich, dass Kontrollposten Nummer 2 wohl schon eine volle Minute unbesetzt ist und begebe mich zu meinem Hab und Gut. Der Nerd-Beamte fragt, ob er es öffnen dürfe (bitte auf der Zunge zergehen lassen: Leute, die dafür angestellt worden sind überall reinzusehen, egal was man davon hält, fragen um meine Erlaubnis), ich nicke und er nimmt den Akku ab und sucht die Modellnummer. "Maybe it's a prototype?" meint einer - Gelächter.
Ich lasse ihnen ihr Spielzeug und beginne meine Sachen einzusammeln. Erst jetzt bemerkt der Sicherheitsmann, der gerade mein Handy hält, den Holster neben dem Rucksack liegen, nimmt ihn stutzig in die Hand und bevor er überhaupt eine Frage stellen kann meine ich: "For the mobile phone. It wouldn't fit into my pockets". "I told you, you had a weapon there", meint dieser schmunzelnd, dreht sich zu seinen Kollegen und meint "Hey guys, look" und mimt mit einer Hand einen Schulterholster wie meinen und nimmt mit einer raschen Bewegung der anderen Hand das Handy hervor und meint: "Hello?" Schallendes Gelächter. Ich sage "Yeah, I should have done that to fool you guys." und sie lachen wieder. Ich bekomme mein Spielzeug zurück und ich packe meine restlichen Sachen, während sie die Arbeit wieder aufnehmen.
So - und nicht anders - sollten Sicherheitskontrollen ablaufen.
1) Ich bin ja eher Anhänger der polnischen Version, Gdansk, aber um der deutschsprachigen Linie treu zu bleiben bin ich gewillt, es Danzig zu nennen.
Donnerstag, 27. November 2008
The Dew Connection - Danzig, Dienstag - Donnerstag
Als der Reinhold Messner1 meines Freundeskreises wäre es widersinning gewesen, nach London, als Punkt 2 der Heimreise, direkt den momentanen Studienort anzusteuern, weswegen ich schnell noch weitere Punkte auf der Landkarte markiere und nun auf einer Couch Sigur Ros hörend Versuche anstelle, die vergangenen Tage zu rekapitulieren. Zum einen wäre da die Besitzerin der Couch ein guter Beginn, schließlich fühle ich mich einmal mehr mit Wehmut erfüllt zu wissen, einen Couchsurfer-Host verlassen zu müssen. Manche Menschen machen es einem eben nicht leicht, sie nicht augenblicklich dem Freundeskreis beimengen zu wollen, und Ewelina, das leicht neurotische, energiegeladene, humorvolle Mädchen mit der wohl gemütlichsten Einzimmerwohnung inmitten eines der hiesigen Sovietwohnblocks, ist eine davon. Dennoch muss ich bei meiner Ausführung achtgeben, sie wäre im Stande diese zu lesen und mich, weniger wegen der dargebrachten Charakterisierung als meiner mangelhaften Beistrichsetzung, ein weiteres Mal auf die Schaufel zu nehmen.
(Mittlerweile läuft 60er Jahre Soul und Ikea-Männer bauen vor meinen Augen einen Schrank zusammen...)
Aber auch der Charme der polnischen Hansestadt selbst, sowie einige Einwohner, mit denen ich sprach/sprechen konnte, überraschten mich im positivsten Sinne. Eine nette Altstadt, ein Hafen, welcher wohl bereits von der einen oder anderen ansäßigen Band als Kulisse für Promoshots herhalten musste, und besonders erfreulich: Mountain Dew in 2 Liter Flaschen. W00t!
Neidern und Gourmets sei an dieser Stelle verraten, dass ich plane, meine Reseller-Funktion wieder aufzunehmen...
Einige Stunden später habe ich mich an einem der Internetcomputer der Universitätsbibliothek eingefunden und bringe nun meine Notizen in eine haltbare Form. Anschließend geht es an den Flughafen, um mich irgendwann nach Mitternacht am nächsten Zwischenstopp einzufinden.
Und da sich wohl früher oder später die Frage meiner Rückkehr an den erwähnten Studienort in den Köpfen der Verbraucher dieses öffentlich zugänglichen Monolog-Monstrums manifestieren wird, nehme ich hier großzügigerweise die Antwort vorweg: nach dem nächsten Stopp ist Schluss.
1) "Do wor i naunit, do muars i hin!"
(Mittlerweile läuft 60er Jahre Soul und Ikea-Männer bauen vor meinen Augen einen Schrank zusammen...)
Aber auch der Charme der polnischen Hansestadt selbst, sowie einige Einwohner, mit denen ich sprach/sprechen konnte, überraschten mich im positivsten Sinne. Eine nette Altstadt, ein Hafen, welcher wohl bereits von der einen oder anderen ansäßigen Band als Kulisse für Promoshots herhalten musste, und besonders erfreulich: Mountain Dew in 2 Liter Flaschen. W00t!
Neidern und Gourmets sei an dieser Stelle verraten, dass ich plane, meine Reseller-Funktion wieder aufzunehmen...
Einige Stunden später habe ich mich an einem der Internetcomputer der Universitätsbibliothek eingefunden und bringe nun meine Notizen in eine haltbare Form. Anschließend geht es an den Flughafen, um mich irgendwann nach Mitternacht am nächsten Zwischenstopp einzufinden.
Und da sich wohl früher oder später die Frage meiner Rückkehr an den erwähnten Studienort in den Köpfen der Verbraucher dieses öffentlich zugänglichen Monolog-Monstrums manifestieren wird, nehme ich hier großzügigerweise die Antwort vorweg: nach dem nächsten Stopp ist Schluss.
1) "Do wor i naunit, do muars i hin!"
Dienstag, 25. November 2008
For your safety - Liverpool, Montag Abend
England ist ein Reiseziel, das seit einigen Jahren fest daran arbeitet, Antipathiepunkte zu sammeln, um etwaigem Liebäugeln mit dem Besuch der einen oder anderen britischen Großstadt Einheit zu gebieten. Die Rede ist von einer Überwachungsmanie sondergleichen, schließlich sorge man sich um die Sicherheit ihrer Bürger und Besucher. Um Vorbehalten, die man gegen England eventuell hege und pflege, endlich den Rücken zu kehren, möchte ich an dieser Stelle meinen kurzen Encounter mit Liverpool schildern. Auch den kritischen Zungen der Medienlandschaft sei ein entzündungsfreudiges Piercing gestochen, auf dass sie endlich die Klappe halten und zuhören lernen, wenn die britische Regierung CCTV und Co. mit Sicherheitsbesorgnissen argumentiert - ich fühlte mich nämlich in der Tat sehr sicher.
Kaum in der Stadt angekommen suchte ich wie so oft zuvor, zum Überprüfen lokaler Mountain Dew Vorkommnisse, einen Supermarkt auf, um dem Land im Zwiespalt zwischen einer Annäherung an Amerika und einer Wia-san-wia-Mentalität in diesen Belangen auf's Zahnfleisch zu fühlen. Kaum nach einer Minute im Laden spricht mich einer der drei Securities an ich müsse die Kapuze meines Hoodies vom Kopf geben. Ich frage nach einem Warum und er deutet auf eine der Überwachungskameras mit den Worten "It is illegal". Well of course, denke ich, wie dumm von mir! Wie kann meine Sicherheit gewährleistet werden, wenn man meinen Hinterkopf nicht sehen kann? Was, wenn ich etwa spontan eine Platzwunde an fraglicher Stelle bekäme? Und welche Meinung hier man wohl bezüglich Mützen vertritt. Oder gottbewahre, Toupets!
Ich strolle weiter durch die Stadt, an die Docks und wieder ins Zentrum, wo zum ersten (von drei) Mal ein Vehikel der Anti Social Behavior Task Force an mir vorbeifährt. Was verdächtig nach dem Bandbus einer Christen-Rap-Combo klingt ist in Wirklichkeit einer von vielen logischen Erweiterungen zu starren Überwachungskameras: ein Polizeibus mit montierten Kameras, der unentwegt seine Runden durch die jeweilige Stadt dreht. Einmal mehr bekomme ich schlagartig ein wohlig warmes Gefühl der Sicherheit in der Nackengegend und verspüre große Dankbarkeit.
Dass es trotz diesen Maßnahmen nicht gelang, mich vor einer potentiellen Gefahrenquelle - ein Jugendlicher, der neben mir in einer Bushaltestelle stoisch einen Joint rauchte - zu schützen, würde ich jedoch nie auf ein Versagen der Überwachungskameras zurückführen. Dass das geschilderte Szenario vor dem Hauptbahnhof der Stadt geschah, ein Ort wo ich viele Kameras vermuten würde, bedeutet ja im Endeffekt nur, dass diese nicht ausreichend sind und noch mehr her müssten.
Um anschließend die Wartezeit in windgeschützter Umgebung verbringen zu können, begab ich mich in erwähnten Hauptbahnhof und setzte mich. Sogleich stolzierte ein Polizist mit babykotzegelber Warnweste heran und fragte barsch "Why are you sitting here?". Ich erklärte, ich würde auf den Airport-Bus warten und er meinte, ich müsse dies draußen tun, sie würden jetzt schließen. Tatsächlich, ich warf beim Verlassen des Bahnhofs einen Blick auf die angeschriebenen Öffnungszeiten, wares es nur mehr 75 Minuten bis zur Sperrstunde, da kann es durchaus nicht schaden mit der Säuberung des Gebäudes von seinem Menschenbefall zu beginnen. Stutzig machte mich nur, dass andere Passanten allem Anschein nach noch nach freien Willen rein- und rausgehen, ja sogar sitzen durften.
Der wilde Gedanke, es könne etwas mit der Kapuze meines Pullovers zu tun haben, beschlich mich. Vielleicht war es ja auch nicht ich, um dessen Sicherheit man sich sorgte, vielleicht war ich ja die Gefahr? Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, aber das seien Verbrecher, zumindest spätestens vor Gericht dann, meistens auch nicht. Einmal mehr war ich dankbar für die Sicherheitsmaßnahmen, die ergriffen wurden um unschuldige Bürger vor meiner unbewussten schlummernden Gewalt zu schützen.
Dargebrachte Stunden mögen unter Umständen etwas negativ auf das Gemüt des Lesenden wirken. Ich versichere jedoch, das jeglicher zynischer oder sarkastischer Unterton vollkommen unbeabsichtigt ist und immerhin nahm der Ausflug in die Stadt mit einem Buschauffeur der mir die fehlenden 1,60 Pfund schenkte ein versöhnliches Ende. Und die Dame der Flughafensicherheit, die den Nacktscanner bediente, meinte mein Penis sehe heute vorzüglich aus.1 Ich bin guter Dinge.
1) Achtung. Kollege Kant meinte soeben, ich solle trotz offensichtlicher Fiktion des Satzes darauf hinweisen, etwaige Leser sollten sich von ihrer Unmündigkeit befreien indem sie am besten bei ihrer Naivität begännen.
Kaum in der Stadt angekommen suchte ich wie so oft zuvor, zum Überprüfen lokaler Mountain Dew Vorkommnisse, einen Supermarkt auf, um dem Land im Zwiespalt zwischen einer Annäherung an Amerika und einer Wia-san-wia-Mentalität in diesen Belangen auf's Zahnfleisch zu fühlen. Kaum nach einer Minute im Laden spricht mich einer der drei Securities an ich müsse die Kapuze meines Hoodies vom Kopf geben. Ich frage nach einem Warum und er deutet auf eine der Überwachungskameras mit den Worten "It is illegal". Well of course, denke ich, wie dumm von mir! Wie kann meine Sicherheit gewährleistet werden, wenn man meinen Hinterkopf nicht sehen kann? Was, wenn ich etwa spontan eine Platzwunde an fraglicher Stelle bekäme? Und welche Meinung hier man wohl bezüglich Mützen vertritt. Oder gottbewahre, Toupets!
Ich strolle weiter durch die Stadt, an die Docks und wieder ins Zentrum, wo zum ersten (von drei) Mal ein Vehikel der Anti Social Behavior Task Force an mir vorbeifährt. Was verdächtig nach dem Bandbus einer Christen-Rap-Combo klingt ist in Wirklichkeit einer von vielen logischen Erweiterungen zu starren Überwachungskameras: ein Polizeibus mit montierten Kameras, der unentwegt seine Runden durch die jeweilige Stadt dreht. Einmal mehr bekomme ich schlagartig ein wohlig warmes Gefühl der Sicherheit in der Nackengegend und verspüre große Dankbarkeit.
Dass es trotz diesen Maßnahmen nicht gelang, mich vor einer potentiellen Gefahrenquelle - ein Jugendlicher, der neben mir in einer Bushaltestelle stoisch einen Joint rauchte - zu schützen, würde ich jedoch nie auf ein Versagen der Überwachungskameras zurückführen. Dass das geschilderte Szenario vor dem Hauptbahnhof der Stadt geschah, ein Ort wo ich viele Kameras vermuten würde, bedeutet ja im Endeffekt nur, dass diese nicht ausreichend sind und noch mehr her müssten.
Um anschließend die Wartezeit in windgeschützter Umgebung verbringen zu können, begab ich mich in erwähnten Hauptbahnhof und setzte mich. Sogleich stolzierte ein Polizist mit babykotzegelber Warnweste heran und fragte barsch "Why are you sitting here?". Ich erklärte, ich würde auf den Airport-Bus warten und er meinte, ich müsse dies draußen tun, sie würden jetzt schließen. Tatsächlich, ich warf beim Verlassen des Bahnhofs einen Blick auf die angeschriebenen Öffnungszeiten, wares es nur mehr 75 Minuten bis zur Sperrstunde, da kann es durchaus nicht schaden mit der Säuberung des Gebäudes von seinem Menschenbefall zu beginnen. Stutzig machte mich nur, dass andere Passanten allem Anschein nach noch nach freien Willen rein- und rausgehen, ja sogar sitzen durften.
Der wilde Gedanke, es könne etwas mit der Kapuze meines Pullovers zu tun haben, beschlich mich. Vielleicht war es ja auch nicht ich, um dessen Sicherheit man sich sorgte, vielleicht war ich ja die Gefahr? Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, aber das seien Verbrecher, zumindest spätestens vor Gericht dann, meistens auch nicht. Einmal mehr war ich dankbar für die Sicherheitsmaßnahmen, die ergriffen wurden um unschuldige Bürger vor meiner unbewussten schlummernden Gewalt zu schützen.
Dargebrachte Stunden mögen unter Umständen etwas negativ auf das Gemüt des Lesenden wirken. Ich versichere jedoch, das jeglicher zynischer oder sarkastischer Unterton vollkommen unbeabsichtigt ist und immerhin nahm der Ausflug in die Stadt mit einem Buschauffeur der mir die fehlenden 1,60 Pfund schenkte ein versöhnliches Ende. Und die Dame der Flughafensicherheit, die den Nacktscanner bediente, meinte mein Penis sehe heute vorzüglich aus.1 Ich bin guter Dinge.
1) Achtung. Kollege Kant meinte soeben, ich solle trotz offensichtlicher Fiktion des Satzes darauf hinweisen, etwaige Leser sollten sich von ihrer Unmündigkeit befreien indem sie am besten bei ihrer Naivität begännen.
Montag, 24. November 2008
Gogo's magnificent guide to marginally sucessful dating - oder: Zielgerichtete Erfolgsminderung im Umgang mit dem anderen Geschlecht
(Wort der Warnung: längerer Eintrag, Verlinkungen folgen ein ander Mal. Internet ist ein rares und kostenspieliges Gut geworden.)
Liebe Leser.
Tage wie dieser erwecken in mir ein unbändiges Pflichtbewusstsein, Erlebtes in einfach konsumierbaren Weisheiten meinen Gefährten zu übermitteln, auf dass sie gegen die Strenge des Alltags gewappnet sind und Herausforderungen höhnisch ins Gesicht lachen können. Ein beachtenswerter Teil dieses Sammelsuriums an Erfahrungen und lehrreichen Situationen betrifft die Dating-Welt. Darum, und schliesslich auch, da dies ja ohnehin ein sinnlicher Reiseblog ist, folgt nun ein kleiner Ratgeber in Sozialkompetenzen - die Dos and Donts im Kennenlernen eines Vertreters des anderen Geschlechts. Ich hoffe, dieser Eintrag wird Licht auf einige ungeklärte Fragen und Mysterien werfen - um den gewohnten Stil nicht zu vernachlässigen soll dies mit dem weiteren Tagesgeschehen abgerundet werden.
Da die Stockholmer U-Bahn mehr Unterhaltung in sich birgt als man es ihr augenblicklich zutrauen würde, fand sich unser tapferer Held einmal mehr auf dieser ein, um sich die Zeit mit U-Bahn-Stationskunst (Die Idee ist weder neu noch originell, in Stockholm jedoch größtenteils durchaus gut umgesetzt.) und bayrischen Mädchen zu vertreiben. Zugegeben, zweiteres war Akt leicht boshafter Natur, diese zufälligen Geschöpfe auf englisch anzusprechen, ob sie denn deutsch sprechen würden. Man verstehe nämlich etwas deutsch und was werte Damen hier von sich geben klänge doch anders, nahezu ulkig. Da aber nun mal jedoch meistens ich derjenige bin, über dessen Dialekt man witzelt, war es durchaus eine willkommene Abwechslung, selber mal die Kleidung des Spötters anstatt des Verspotteten tragen zu dürfen. Dass ich mich dabei mehr oder weniger indirekt über meinen eigenen Dialekt lustig machte, störte mich bei aller Ironie nicht im Geringsten.
Kurz darauf verließ ich die U-Bahn, um mich mit einer Couchsurferin zu treffen, deren last.fm Profil sich beinahe wie eine Wunschliste von mir to all the ladies liest. Da empfiehlt es sich unabhängig von Attraktion
1) die Gunst der Dame für sich zu gewinnen
Man könnte dies mit Briefen, Getränken, Komplimenten und Geschenken versuchen, will man jedoch auch erfolgreich sein und nicht einfach nur seine Zeit verschwenden, empfehle sich, einer Jungmutter auf einem naheliegenden Rodelberg Geld anzubieten, wenn diese einem ihren Bob borgen und ein Rennen gegen ihren fünfjährigen Sohn fahren lassen würde. Diese Herangehensweise demonstriert zum einen Zugang zu finanziellen Mitteln und zum anderen Männlichkeit, sich jeder Herausforderung zu stellen, auch wenn sie noch so aussichtslos erscheine. Die Mutter verzichtete auf das Geld und ich verlor das Rennen.
2) Die Brücke, dass sie dich je als den Vater ihrer Kinder sehen könnte hast du dir innerhalb von 10 Minuten abgebrannt. Plan B.
Einmal gegen einen Fünfjährigen verloren ist die Chance des erfolgreichen Buhlens und Balzens meistens vorüber. Es wäre jedoch unhöflich, jetzt einfach zu gehen - eine Benimmregel, die man sich deshalb nun zum besten Freund macht und Unternehmungen vorschlägt, nach denen einem gerade der Kragen steht, wohl wissentlich, dass das Gegenüber nicht gehen kann und geduldig alles über sich ergehen lassen wird.
Ich entschied mich also zur Bewältigung der jüngsten Schmach einen Hang neben der Stadtbibliothek auf einem Plastiksack hinunter zu rodeln. Ein tollkühnes Gefälle mit Geländer und Miniaturteich am Ende der Piste sprachen dafür. Gesagt getan schaffte ich immerhin zwei Drittel der Strecke mit Plastiksack, das Restdrittel erbremste ich gerade noch durch Zuhilfenahme meiner Hände (die Beine bremsten ja schon länger), welche es mir mit Erfrierungserscheinungen dankten. Besonders drei Finger der linken Hand zeigten wenig Interesse an Erwärmung. Meine Begleitung schlug auch meinen Vorschlag, sie könnte meine Finger warmlutschen aus, doch erblickte ich da ohnehin schon ein überdimensionales Teelicht - eine Metallschale mit windbeständiger Flamme.
Das Darüberhalten der Hand zeigte wenig Besserungsaussichten, weswegen ich nun Versuche anstellte, das Ding hochzuheben. Meiner rechten Hand war das entschieden zu heiß, die linke Hand hob es, ein lauwarmes Gefühl verspürend, ohne Probleme. Und ich musste lachen. Ich trug das Feuer eine Weile lang herum und bildete mir ein, neben der Verrussungen schon langsam auch wieder Gefühl in meiner Hand zu bekommen. Belustigt kommentierte ich die Widerstandtsfähigkeit der Flamme mit "Look... now there's a light that never goes out", woraufhin, unnötig zu erwähnen, die Flamme erlosch gerade als diese Worte meine Lippen verließen.
Nachdem nach einem verlorenen Rennen, dem Erfrieren und Verbrennen seiner Hand nun wirklich nicht mehr viel Chance auf Begeisterungserweckung bestand, hieß es tiefer in die Trickkiste greifen. Eifrige Schüler beginnen spätestens jetzt, sich Notizen zu machen.
3) Überzeuge mit fundiertem Wissen
Behaupte felsenfest, die Pest sei 1338 über Europa gezogen, ohne augenblicklich den anglophonen Ausdruck dieser zu wissen.
Verblüffe Sie mit Fakten über die Stadt, in welcher sie gerade verweile, z.B. "Stockholm is like the sex capitol of Europe, if you leave out Amsterdam for a Minute". Ein Stockholmer Paar, welches in der U-Bahn neben uns Platz genommen hatte, reagierte auf diese Aussage mit großzügigem Lachen (sie) sowie Kopfschütteln (er) und verließ die U-Bahn.
4) Prahle mit deinen Fähigkeiten
Trinke aus einer Dose, die nicht vollkommen geöffnet ist. Solltest du dieses Wissen teilen wollen, gehe sicher, den Zeitpunkt dies zu tun weise zu wählen. "You have to put your lips around it, put pressure on and suck at the same time" zu sagen, während sie trinkt wird ihr ein Verschlucken einbringen und dir ein "That sounded a little gay" als Antwort.
Alternativ dazu: Gehe urbanen Mythen auf den Grund, frage etwa eine 7Eleven Mitarbeiterin: "I've heared this urban myth that the smell in your stores comes from a spray and not the bakery itself. Is that true?" (Kurze Pause.) - "EXCUSE ME?!"
5) Wenn alle Stricke reißen (und das werden sie) lass dein Gesangstalent für dich sprechen
Gehe dann aber auch auf Nummer sicher, dass du den korrekten Wortlauf des vorgebrachten Liedes kennst. Zurückblickend bin ich nämlich etwas stutzig, ob The Who wirklich "People try to put me down, talking 'bout my Degeneration" sangen.
Nach sechs Stunden hatte sie es überstanden und ich fuhr nach Hause, um ein Gulasch zu zaubern, welches zwar nicht nach Gulasch schmeckte, aber durchaus einen sympathischen Touch besaß.
Und somit wäre auch Stockholm als drittes Kapitel meiner Odysee im Groben erzählt.
Ich geh' nun wieder Panik in den Straßen Liverpools verbreiten.
Liebe Leser.
Tage wie dieser erwecken in mir ein unbändiges Pflichtbewusstsein, Erlebtes in einfach konsumierbaren Weisheiten meinen Gefährten zu übermitteln, auf dass sie gegen die Strenge des Alltags gewappnet sind und Herausforderungen höhnisch ins Gesicht lachen können. Ein beachtenswerter Teil dieses Sammelsuriums an Erfahrungen und lehrreichen Situationen betrifft die Dating-Welt. Darum, und schliesslich auch, da dies ja ohnehin ein sinnlicher Reiseblog ist, folgt nun ein kleiner Ratgeber in Sozialkompetenzen - die Dos and Donts im Kennenlernen eines Vertreters des anderen Geschlechts. Ich hoffe, dieser Eintrag wird Licht auf einige ungeklärte Fragen und Mysterien werfen - um den gewohnten Stil nicht zu vernachlässigen soll dies mit dem weiteren Tagesgeschehen abgerundet werden.
Da die Stockholmer U-Bahn mehr Unterhaltung in sich birgt als man es ihr augenblicklich zutrauen würde, fand sich unser tapferer Held einmal mehr auf dieser ein, um sich die Zeit mit U-Bahn-Stationskunst (Die Idee ist weder neu noch originell, in Stockholm jedoch größtenteils durchaus gut umgesetzt.) und bayrischen Mädchen zu vertreiben. Zugegeben, zweiteres war Akt leicht boshafter Natur, diese zufälligen Geschöpfe auf englisch anzusprechen, ob sie denn deutsch sprechen würden. Man verstehe nämlich etwas deutsch und was werte Damen hier von sich geben klänge doch anders, nahezu ulkig. Da aber nun mal jedoch meistens ich derjenige bin, über dessen Dialekt man witzelt, war es durchaus eine willkommene Abwechslung, selber mal die Kleidung des Spötters anstatt des Verspotteten tragen zu dürfen. Dass ich mich dabei mehr oder weniger indirekt über meinen eigenen Dialekt lustig machte, störte mich bei aller Ironie nicht im Geringsten.
Kurz darauf verließ ich die U-Bahn, um mich mit einer Couchsurferin zu treffen, deren last.fm Profil sich beinahe wie eine Wunschliste von mir to all the ladies liest. Da empfiehlt es sich unabhängig von Attraktion
1) die Gunst der Dame für sich zu gewinnen
Man könnte dies mit Briefen, Getränken, Komplimenten und Geschenken versuchen, will man jedoch auch erfolgreich sein und nicht einfach nur seine Zeit verschwenden, empfehle sich, einer Jungmutter auf einem naheliegenden Rodelberg Geld anzubieten, wenn diese einem ihren Bob borgen und ein Rennen gegen ihren fünfjährigen Sohn fahren lassen würde. Diese Herangehensweise demonstriert zum einen Zugang zu finanziellen Mitteln und zum anderen Männlichkeit, sich jeder Herausforderung zu stellen, auch wenn sie noch so aussichtslos erscheine. Die Mutter verzichtete auf das Geld und ich verlor das Rennen.
2) Die Brücke, dass sie dich je als den Vater ihrer Kinder sehen könnte hast du dir innerhalb von 10 Minuten abgebrannt. Plan B.
Einmal gegen einen Fünfjährigen verloren ist die Chance des erfolgreichen Buhlens und Balzens meistens vorüber. Es wäre jedoch unhöflich, jetzt einfach zu gehen - eine Benimmregel, die man sich deshalb nun zum besten Freund macht und Unternehmungen vorschlägt, nach denen einem gerade der Kragen steht, wohl wissentlich, dass das Gegenüber nicht gehen kann und geduldig alles über sich ergehen lassen wird.
Ich entschied mich also zur Bewältigung der jüngsten Schmach einen Hang neben der Stadtbibliothek auf einem Plastiksack hinunter zu rodeln. Ein tollkühnes Gefälle mit Geländer und Miniaturteich am Ende der Piste sprachen dafür. Gesagt getan schaffte ich immerhin zwei Drittel der Strecke mit Plastiksack, das Restdrittel erbremste ich gerade noch durch Zuhilfenahme meiner Hände (die Beine bremsten ja schon länger), welche es mir mit Erfrierungserscheinungen dankten. Besonders drei Finger der linken Hand zeigten wenig Interesse an Erwärmung. Meine Begleitung schlug auch meinen Vorschlag, sie könnte meine Finger warmlutschen aus, doch erblickte ich da ohnehin schon ein überdimensionales Teelicht - eine Metallschale mit windbeständiger Flamme.
Das Darüberhalten der Hand zeigte wenig Besserungsaussichten, weswegen ich nun Versuche anstellte, das Ding hochzuheben. Meiner rechten Hand war das entschieden zu heiß, die linke Hand hob es, ein lauwarmes Gefühl verspürend, ohne Probleme. Und ich musste lachen. Ich trug das Feuer eine Weile lang herum und bildete mir ein, neben der Verrussungen schon langsam auch wieder Gefühl in meiner Hand zu bekommen. Belustigt kommentierte ich die Widerstandtsfähigkeit der Flamme mit "Look... now there's a light that never goes out", woraufhin, unnötig zu erwähnen, die Flamme erlosch gerade als diese Worte meine Lippen verließen.
Nachdem nach einem verlorenen Rennen, dem Erfrieren und Verbrennen seiner Hand nun wirklich nicht mehr viel Chance auf Begeisterungserweckung bestand, hieß es tiefer in die Trickkiste greifen. Eifrige Schüler beginnen spätestens jetzt, sich Notizen zu machen.
3) Überzeuge mit fundiertem Wissen
Behaupte felsenfest, die Pest sei 1338 über Europa gezogen, ohne augenblicklich den anglophonen Ausdruck dieser zu wissen.
Verblüffe Sie mit Fakten über die Stadt, in welcher sie gerade verweile, z.B. "Stockholm is like the sex capitol of Europe, if you leave out Amsterdam for a Minute". Ein Stockholmer Paar, welches in der U-Bahn neben uns Platz genommen hatte, reagierte auf diese Aussage mit großzügigem Lachen (sie) sowie Kopfschütteln (er) und verließ die U-Bahn.
4) Prahle mit deinen Fähigkeiten
Trinke aus einer Dose, die nicht vollkommen geöffnet ist. Solltest du dieses Wissen teilen wollen, gehe sicher, den Zeitpunkt dies zu tun weise zu wählen. "You have to put your lips around it, put pressure on and suck at the same time" zu sagen, während sie trinkt wird ihr ein Verschlucken einbringen und dir ein "That sounded a little gay" als Antwort.
Alternativ dazu: Gehe urbanen Mythen auf den Grund, frage etwa eine 7Eleven Mitarbeiterin: "I've heared this urban myth that the smell in your stores comes from a spray and not the bakery itself. Is that true?" (Kurze Pause.) - "EXCUSE ME?!"
5) Wenn alle Stricke reißen (und das werden sie) lass dein Gesangstalent für dich sprechen
Gehe dann aber auch auf Nummer sicher, dass du den korrekten Wortlauf des vorgebrachten Liedes kennst. Zurückblickend bin ich nämlich etwas stutzig, ob The Who wirklich "People try to put me down, talking 'bout my Degeneration" sangen.
Nach sechs Stunden hatte sie es überstanden und ich fuhr nach Hause, um ein Gulasch zu zaubern, welches zwar nicht nach Gulasch schmeckte, aber durchaus einen sympathischen Touch besaß.
Und somit wäre auch Stockholm als drittes Kapitel meiner Odysee im Groben erzählt.
Ich geh' nun wieder Panik in den Straßen Liverpools verbreiten.
Sonntag, 23. November 2008
Porn. Or: How I discovered my ability to speak in broken tongues when drunk1
Nüüd alustan ma oma südame välja trükkimist. vanaema kôlab austria saksa keeles nagu oma, see on pigem mammi kui vanaema. Ich habe keine ahnung was ich schreibe. Saksa keel pole pooltki nii raske kui eesti keel aga näeb välja igav.
Aastal 1991 augustikuus, ennem esimesse klassi astumist, ôigemini oli see teine klass, pidid kôik eestlased oma rublad eesti krooni vastu vahetama. kurss 1 10 vastu. Ja ma ei mäleta täpselt mis arv see oli, vist 500, millest rohkem kroone keegi kätte ei saanud. Nii et kui sul oli rohkem kui 5000 rubla, läks see raisku. Meie seisime järjekorras j-tähe taga, see ei olnud pikk. Koolimaja asus sealsamas kôrval, raha vahetati kurtide majas. Praegu asub seal raamatukogu. Kui sul jalg külma saab, paiguta see hülge rasva sisse, siis saad sooja.
1) on Cream Soda.
Aastal 1991 augustikuus, ennem esimesse klassi astumist, ôigemini oli see teine klass, pidid kôik eestlased oma rublad eesti krooni vastu vahetama. kurss 1 10 vastu. Ja ma ei mäleta täpselt mis arv see oli, vist 500, millest rohkem kroone keegi kätte ei saanud. Nii et kui sul oli rohkem kui 5000 rubla, läks see raisku. Meie seisime järjekorras j-tähe taga, see ei olnud pikk. Koolimaja asus sealsamas kôrval, raha vahetati kurtide majas. Praegu asub seal raamatukogu. Kui sul jalg külma saab, paiguta see hülge rasva sisse, siis saad sooja.
1) on Cream Soda.
Samstag, 22. November 2008
Unter Null - oder: der dritte Punkt
Als ich Freitag mittags aus dem Flugzeug ins Freie trete werde ich genauso begrüßt, wie ich es mir erwartet habe: eiskalte Luft, vereinzelte Schneestellen am Flugfeld und ein gestreuter Weg für die Passagiere. Der Winter, welcher in großen Teilen Europas bis vor kurzem noch auf sich warten ließ, war hier bereits eingezogen.
Ohne wirklich etwas geschlafen zu haben prominierte ich einige Stunden darauf bereits wieder durch die Straßen Stockholms. Es lässt nicht lange auf sich warten und ein wenig meines globalenÜberblickes ist zurückgekehrt. Die Minusgrade und Müdigkeit machen etwaige Erforschungen aber nicht gerade zu einem Zuckerlecken, weswegen ich mich des Öfteren am (Bus-)Bahnhof einfinde und dort etwas döse.
Abends besuche ich dann zum ersten Mal den "großen" Debaser, Fassungsvermögen 1800 Leute. Der Club ist eingeteilt in den üblichen WTF-Bereich und Bühnenbereich. Im WTF-Bereich läuft Jazz und Mittzwanziger und wesentlich jüngere, welche gerne Mittzwanziger wären, sitzen vertieft hinter ihren Weinkarten. Im Bühnenbereich ein erwartetes Bild: Hipster-Indie-Chicks sitztend & tanzend vor der Bühnenabsperrung, auf MGMT wartend. Und eigentlich habe ich nichts gegen (diese) Menschen aber bei A Place to Bury Strangers waren die größtenteils schon so besoffen, dass es richtig anstrengend wurde die Band zu genießen. Etwas shoegaziger als auf Platte, mit grandiosem Noise+Distortion+Layer-über-Layer-Finish, ab 10 Minuten vor Schluss. Überflüssige Anmerkung an dieser Stelle: Ich genoss es sehr.
Aus Groll und Müdigkeit und nicht zuletzt um meinen Couchsurfer-Host nicht warten zu lassen, brach ich noch vor MGMT auf1, irgendwo weit draußen im Nordwesten von Stockholm aus der Tunnelbahn (bzw. U-Bahn) gestiegen und nach kurzer Diskussion mit meinem neuen Couchsurfing-Host endlich ins Bett (ergo, auf die Couch). Dieser war mir auch schlagartig sympathisch, nachdem er wissen wollte, wie A Place to Bury Strangers wohl klängen und ich meinte, es wäre "basically rock music with a lot of distortion" und er mir die unerwartete Gegenfrage "Like Jesus and Mary Chain?" eröffnete.
Da ich ein U-Bahn Ticket besitze, welches bis Dienstag seine Gültigkeit behält und mich 20 Euro gekostet hat2, war ich heute schon einiges mit der U-Bahn unterwegs. Aber eben auch zu Fuß, wo die seltsamen Blicke, die ich zu ernten gewillt sein muss, noch einmal zugenommen haben. Es ist nämlich nicht mehr nur kalt, die Stadt hatte sich über Nacht in eine Schneelandschaft verwandelt und in Folge dessen auch zu einer überraschenden Hebung meiner Stimmlage geführt.
Im übrigen, sollte ich nichts mehr von mir hören lassen, soll der Fingerzeig der Schuld auf einen der vielen Stockholmer Abhänge, welche zwar nicht zum Rodeln gedacht wurden, aber vermutlich spätestens morgen von mir dazu missbraucht werden, treffen. Bis es soweit ist verbringe ich meine Stunden oder Tage im English Shop, wo ich Mountain Dew oder geschmacksinteressantes Ginger Bier erstehe, oder in der Stadtbibliothek, welche eine der beindruckendsten Büchereien stellt, die ich je betreten habe.
Soviel zum Status Quo.
Eine kleine Anmerkung noch: die liebenswerte Nasch wird ab sofort meine Beiträge hier nicht nur korrekturlesen, sondern auch direkt korrigieren, da mir dazu die Zeit und der fixe Internetzugang fehlt. Lieben herzlichen Dank Nasch, dass du mein Geschwafel der Welt da draußen lesbar machst.
1) es fiel mir nicht schwer
2) Was hier teuer erscheint muss in Relation gesehen werden. Eine einfache Fahrt kostet beispielsweise 4 Euro. Bitchin'!
Ohne wirklich etwas geschlafen zu haben prominierte ich einige Stunden darauf bereits wieder durch die Straßen Stockholms. Es lässt nicht lange auf sich warten und ein wenig meines globalenÜberblickes ist zurückgekehrt. Die Minusgrade und Müdigkeit machen etwaige Erforschungen aber nicht gerade zu einem Zuckerlecken, weswegen ich mich des Öfteren am (Bus-)Bahnhof einfinde und dort etwas döse.
Abends besuche ich dann zum ersten Mal den "großen" Debaser, Fassungsvermögen 1800 Leute. Der Club ist eingeteilt in den üblichen WTF-Bereich und Bühnenbereich. Im WTF-Bereich läuft Jazz und Mittzwanziger und wesentlich jüngere, welche gerne Mittzwanziger wären, sitzen vertieft hinter ihren Weinkarten. Im Bühnenbereich ein erwartetes Bild: Hipster-Indie-Chicks sitztend & tanzend vor der Bühnenabsperrung, auf MGMT wartend. Und eigentlich habe ich nichts gegen (diese) Menschen aber bei A Place to Bury Strangers waren die größtenteils schon so besoffen, dass es richtig anstrengend wurde die Band zu genießen. Etwas shoegaziger als auf Platte, mit grandiosem Noise+Distortion+Layer-über-Layer-Finish, ab 10 Minuten vor Schluss. Überflüssige Anmerkung an dieser Stelle: Ich genoss es sehr.
Aus Groll und Müdigkeit und nicht zuletzt um meinen Couchsurfer-Host nicht warten zu lassen, brach ich noch vor MGMT auf1, irgendwo weit draußen im Nordwesten von Stockholm aus der Tunnelbahn (bzw. U-Bahn) gestiegen und nach kurzer Diskussion mit meinem neuen Couchsurfing-Host endlich ins Bett (ergo, auf die Couch). Dieser war mir auch schlagartig sympathisch, nachdem er wissen wollte, wie A Place to Bury Strangers wohl klängen und ich meinte, es wäre "basically rock music with a lot of distortion" und er mir die unerwartete Gegenfrage "Like Jesus and Mary Chain?" eröffnete.
Da ich ein U-Bahn Ticket besitze, welches bis Dienstag seine Gültigkeit behält und mich 20 Euro gekostet hat2, war ich heute schon einiges mit der U-Bahn unterwegs. Aber eben auch zu Fuß, wo die seltsamen Blicke, die ich zu ernten gewillt sein muss, noch einmal zugenommen haben. Es ist nämlich nicht mehr nur kalt, die Stadt hatte sich über Nacht in eine Schneelandschaft verwandelt und in Folge dessen auch zu einer überraschenden Hebung meiner Stimmlage geführt.
Im übrigen, sollte ich nichts mehr von mir hören lassen, soll der Fingerzeig der Schuld auf einen der vielen Stockholmer Abhänge, welche zwar nicht zum Rodeln gedacht wurden, aber vermutlich spätestens morgen von mir dazu missbraucht werden, treffen. Bis es soweit ist verbringe ich meine Stunden oder Tage im English Shop, wo ich Mountain Dew oder geschmacksinteressantes Ginger Bier erstehe, oder in der Stadtbibliothek, welche eine der beindruckendsten Büchereien stellt, die ich je betreten habe.
Soviel zum Status Quo.
Eine kleine Anmerkung noch: die liebenswerte Nasch wird ab sofort meine Beiträge hier nicht nur korrekturlesen, sondern auch direkt korrigieren, da mir dazu die Zeit und der fixe Internetzugang fehlt. Lieben herzlichen Dank Nasch, dass du mein Geschwafel der Welt da draußen lesbar machst.
1) es fiel mir nicht schwer
2) Was hier teuer erscheint muss in Relation gesehen werden. Eine einfache Fahrt kostet beispielsweise 4 Euro. Bitchin'!
Donnerstag, 20. November 2008
Bel Air1, Teil 2
Nimmt man eine luxemburgische Zeitung zur Hand, begegnet man mit einer schier unglaublichen Wahrscheinlichkeit zumindest einem Artikel, den man lesen kann. Nahezu unabhängig von der eigenen Nationalität. Ein mögliches Szenario: zwei französischsprachige Artikel gefolgt von drei deutschen Artikeln. Dann selbstverständlich ein oder zwei Artikel in luxemburgisch, eventuell gefolgt von einem portugiesischen welchen. Noch ein belgischer Artikel und die hypothetische (zugeben, sehr kurz geratene) Zeitung ist vollständig. Das ist Luxemburg.
In dem Land, das sich (geographisch) zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien gepresst findet, wissen selbst die Einheimischen zu keiner Zeit, in welcher Sprache sie nun angesprochen werden, oder ansprechen sollen, wenn sie im Begriff sind, einen (ihnen neuen) Kiosk, eine Boutique oder ein Bistro zu betreten. Französisch ist die wahrscheinlichste Variante für Alltagssituationen. Luxemburgisch ist wiederum die vorrangige Sprache in den Medien. (Fernsehen und Radio wohlgemerkt, bei Printmedien sieht es, wie oben demonstriert, schon wieder anders aus. Bücher liebäugeln zum Beispiel stark mit dem Deutschen.) Und portugiesisch sprechen die "Ausländer"2.
Mein Favorit ist natürlich das Luxemburgisch. Eine Mischung aus holländisch, französisch und saarländisch, jedenfalls wenn man meinen Ohren Glauben schenken darf. Ich schwelgte jedes Mal aufs Neue dahin wenn mir die Sprache zu Ohr kam.
Genossen hab ich ferner die Stadt an sich. Steile Felswände, imposante Brücken, alte Burgen und Ruinen, Stadt- und Burgmauern, kurzum: ein mittelalterlicher Spielplatz für den Herrn Gogo. Besonders in Grund fiel es mir heute schwer, stringent einer Richtung zu folgen, begeistert wie ein kleines Kind von dem Torbogen und der Brücke und dem Abgrund bin ich stundenlang kreuz und quer gelaufen.
Und nun sitz ich hier und tippe ein wenig während ich meinen Alpro Soya Erdbeer zuzele3, hinter mir Cartoon Network läuft und die Uhrzeit sich langsam aber sicher auf 4 Uhr zubewegt. Da mache ich mich nämlich auf den Weg zum Busbahnhof. Punkt 3 ruft.
1) Belair ist der Stadtteil in dem meine Couch steht. Mysterium gelöst.
2) In einem Land mit fast 50% Ausländer-Anteil bzw. an die zwei Drittel in der Stadt Luxemburg selbst, werde ich mich hüten zwischen Ausländern und Inländern zu differenzieren.
3) zum z(a)wuzeln, das in hochdeutschene Sätze zu verwenden. (Es gibt halt auch keine befriedigende hochdeutsche Entsprechung.)
In dem Land, das sich (geographisch) zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien gepresst findet, wissen selbst die Einheimischen zu keiner Zeit, in welcher Sprache sie nun angesprochen werden, oder ansprechen sollen, wenn sie im Begriff sind, einen (ihnen neuen) Kiosk, eine Boutique oder ein Bistro zu betreten. Französisch ist die wahrscheinlichste Variante für Alltagssituationen. Luxemburgisch ist wiederum die vorrangige Sprache in den Medien. (Fernsehen und Radio wohlgemerkt, bei Printmedien sieht es, wie oben demonstriert, schon wieder anders aus. Bücher liebäugeln zum Beispiel stark mit dem Deutschen.) Und portugiesisch sprechen die "Ausländer"2.
Mein Favorit ist natürlich das Luxemburgisch. Eine Mischung aus holländisch, französisch und saarländisch, jedenfalls wenn man meinen Ohren Glauben schenken darf. Ich schwelgte jedes Mal aufs Neue dahin wenn mir die Sprache zu Ohr kam.
Genossen hab ich ferner die Stadt an sich. Steile Felswände, imposante Brücken, alte Burgen und Ruinen, Stadt- und Burgmauern, kurzum: ein mittelalterlicher Spielplatz für den Herrn Gogo. Besonders in Grund fiel es mir heute schwer, stringent einer Richtung zu folgen, begeistert wie ein kleines Kind von dem Torbogen und der Brücke und dem Abgrund bin ich stundenlang kreuz und quer gelaufen.
Und nun sitz ich hier und tippe ein wenig während ich meinen Alpro Soya Erdbeer zuzele3, hinter mir Cartoon Network läuft und die Uhrzeit sich langsam aber sicher auf 4 Uhr zubewegt. Da mache ich mich nämlich auf den Weg zum Busbahnhof. Punkt 3 ruft.
1) Belair ist der Stadtteil in dem meine Couch steht. Mysterium gelöst.
2) In einem Land mit fast 50% Ausländer-Anteil bzw. an die zwei Drittel in der Stadt Luxemburg selbst, werde ich mich hüten zwischen Ausländern und Inländern zu differenzieren.
3) zum z(a)wuzeln, das in hochdeutschene Sätze zu verwenden. (Es gibt halt auch keine befriedigende hochdeutsche Entsprechung.)
Bel Air - oder: der zweite Punkt
Live von der Couch - und doch nur langweilige Rückblenden1. Wie etwa von einer Zugfahrt, zwei Busfahrten und einem Flug, die alle notwendig waren um jetzt hier zu sein, wo ich bin: der Couch eines vierstöckigen (soweit ich das überblicken konnte) Hauses westlich des Zentrums der Stadt Luxembourg.
Doch zurück zum bisherigen Reiseverlauf - ich verspreche mich auf das Wesentlichste zu konzentrieren:
Der Göteburger City Airport gleicht einem netten familiären Häuschen, in dessen betonierten Garten nun mal dann und wann eine Ryan Air Maschine parkt. Es gibt hier drei Gates, wobei in Gate 1 nichts weiter als eine Info Desk steht.
Und auch die Sicherheitskontrollen könnten nicht entspannter ablaufen: Man lässt den Sicherheitsbeamten gerne mal zwei Minuten warten bevor man dann einen Holster mit nicht gleich eindeutigem Inhalt unter seinem Pullover hervorzaubert und diesen in das zu röngtende Tray ablegt. Dieser blickt einen verwundert an, sagt jedoch nichts, geht aber zugleich zu seiner Mitarbeiterin, sie möge den ominösen Gegenstand doch bitte genauer begutaugen. "Ich denke es könnte ein Mobiltelefon sein", flüstert er ihr auf schwedisch ins Ohr. Die Mitarbeiterin nimmt den ominösen Gegenstand aus dem Holster und tatsächlich: Tasten und ein Display. "Is that a mobile phone?", wendet sie sich Bestätigung suchend nun an mich, ohne mich jedoch anzublicken. "Yeah", erwidere ich freurig. "Rather old one" meint sie mit leicht bissigen Unterton und ich weiße sie auf das Baujahr und die vorzügliche Funktionsweise des Gerätes hin. Sie sagt nun nichts mehr. Sie sieht mich auch nicht an. Das kränkt mich. Wir hätten so gute Freunde werden können.
Doch zurück zu meiner momentanen Lage: Mieter dieses Hauses ist, gemeinsam mit 5 Freunden, ein junger Herr, welcher mich an jemanden den ich gut kenne erinnert. Sein Name ist Tristan, er ernährt sich vegetarisch und hält nichts von Alkohol. Ausserdem ist er im Videosektor tätig. Hmm...
Und da er nun mal der Kopf seiner Firma ist erkundschafte ich nun auf eigenen Fusse Luxembourg. Dazu aber später.
1) Selbst dieser Satz ist, in fact, eine Rückblende. Ich sitze gerade in einem Internet Café im Stadtzentrum und überlege meine nächsten Moves. haha.
Doch zurück zum bisherigen Reiseverlauf - ich verspreche mich auf das Wesentlichste zu konzentrieren:
Der Göteburger City Airport gleicht einem netten familiären Häuschen, in dessen betonierten Garten nun mal dann und wann eine Ryan Air Maschine parkt. Es gibt hier drei Gates, wobei in Gate 1 nichts weiter als eine Info Desk steht.
Und auch die Sicherheitskontrollen könnten nicht entspannter ablaufen: Man lässt den Sicherheitsbeamten gerne mal zwei Minuten warten bevor man dann einen Holster mit nicht gleich eindeutigem Inhalt unter seinem Pullover hervorzaubert und diesen in das zu röngtende Tray ablegt. Dieser blickt einen verwundert an, sagt jedoch nichts, geht aber zugleich zu seiner Mitarbeiterin, sie möge den ominösen Gegenstand doch bitte genauer begutaugen. "Ich denke es könnte ein Mobiltelefon sein", flüstert er ihr auf schwedisch ins Ohr. Die Mitarbeiterin nimmt den ominösen Gegenstand aus dem Holster und tatsächlich: Tasten und ein Display. "Is that a mobile phone?", wendet sie sich Bestätigung suchend nun an mich, ohne mich jedoch anzublicken. "Yeah", erwidere ich freurig. "Rather old one" meint sie mit leicht bissigen Unterton und ich weiße sie auf das Baujahr und die vorzügliche Funktionsweise des Gerätes hin. Sie sagt nun nichts mehr. Sie sieht mich auch nicht an. Das kränkt mich. Wir hätten so gute Freunde werden können.
Doch zurück zu meiner momentanen Lage: Mieter dieses Hauses ist, gemeinsam mit 5 Freunden, ein junger Herr, welcher mich an jemanden den ich gut kenne erinnert. Sein Name ist Tristan, er ernährt sich vegetarisch und hält nichts von Alkohol. Ausserdem ist er im Videosektor tätig. Hmm...
Und da er nun mal der Kopf seiner Firma ist erkundschafte ich nun auf eigenen Fusse Luxembourg. Dazu aber später.
1) Selbst dieser Satz ist, in fact, eine Rückblende. Ich sitze gerade in einem Internet Café im Stadtzentrum und überlege meine nächsten Moves. haha.
Dienstag, 18. November 2008
Metrik - oder: der erste Punkt
Wenn man um 6 Uhr früh schlaftrunken das Badezimmer betritt und da unerwartet eine neue Dusche steht (dass ein Seife erneuert wird - ja - ein Duschvorhang unbemerkt ausgetauscht wird - von mir aus - aber das ganze Teil?), wenn es in Schweden nur mehr nachts ist, da man jeden Tag aufs Neue die Sonnenstunden verschläft und wenn auch schulisch gähnende Langeweile Herr der Lage ist, ist es Zeit zu gehen. Oder zumindest zu verreisen.
Stockholm's calling.1 Und ich folge ihrem Ruf. Da Schweden jedoch das drittgrößste Land Europas ist und meine Mobilität starke Einschnitte seit meiner Ankunft erlebt hat, bleiben wohl auch nicht viele Möglichkeiten von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Eine Busfahrt von Borås nach Stockholm kostet 30 Euro aufwärts, mit den Zug wird es gerne doppelt so teuer.
Ausgehend von der Sparsamkeit unseres Protagonisten kam schnell die Frage auf, wenn die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten eine Linie (oder eine Geodäte um exakter zu sein2) ist, welche ist dann die billigste Verbindung.
Und während der liebenswürdige weißhaarige Physikprofessor an dieser Stelle zwei Punkte auf ein Blatt Papier gemalt hätte und nach erfolgreichem Einzeichnen der Linie schelmisch grinsend das Blatt gefalten hätte, so dass die Punkte übereinander liegen und dann etwas von der vierten Dimension, Relativitätstheorie, Minkowski und Co gestammelt hätte, male ich, als besonders kreativen Lösungsansatz, ein drittes Pünktchen auf das Papier.
Natürlich, der Weg wird dadurch länger. Im konkreten Fall sogar um das Sechsfache. Aber ähnlich dem Mengenrabatt erhoffte man sich auch hier durch das Sammeln von Zusatzkilometern eine Geldersparnis.
Ich verlasse somit in wenigen Stunden Punkt 1 und melde mich wieder wenn ich mich an Punkt 2 eingefunden habe. So long.
EDIT. Mittwoch, 9:22:
Ein historischer Moment! Ich nehme zum ersten Mal seit meiner Ankunft die lange Hose aus dem Schrank, welche ich Ende August gewissenhaft mitnahm.
EDIT 2. Mittwoch, 9:27:
Who am I fooling!? Ernsthaft, so kalt kann es gar nicht werden, dass es das Zusatzgewicht wert wäre. Wieder in den Schrank damit.
1) Die hier ist immer noch eine der besten Platten der 70er. Hands down.
2) Natürlich ist im konkreten Fall beides im Widerspruch mit der Realität. Es gibt keine Straße die schnurstraks nach Stockholm führt.
Und Geodäte deshalb, da ich mich schwer durch die Erde graben kann.
Stockholm's calling.1 Und ich folge ihrem Ruf. Da Schweden jedoch das drittgrößste Land Europas ist und meine Mobilität starke Einschnitte seit meiner Ankunft erlebt hat, bleiben wohl auch nicht viele Möglichkeiten von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Eine Busfahrt von Borås nach Stockholm kostet 30 Euro aufwärts, mit den Zug wird es gerne doppelt so teuer.
Ausgehend von der Sparsamkeit unseres Protagonisten kam schnell die Frage auf, wenn die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten eine Linie (oder eine Geodäte um exakter zu sein2) ist, welche ist dann die billigste Verbindung.
Und während der liebenswürdige weißhaarige Physikprofessor an dieser Stelle zwei Punkte auf ein Blatt Papier gemalt hätte und nach erfolgreichem Einzeichnen der Linie schelmisch grinsend das Blatt gefalten hätte, so dass die Punkte übereinander liegen und dann etwas von der vierten Dimension, Relativitätstheorie, Minkowski und Co gestammelt hätte, male ich, als besonders kreativen Lösungsansatz, ein drittes Pünktchen auf das Papier.
Natürlich, der Weg wird dadurch länger. Im konkreten Fall sogar um das Sechsfache. Aber ähnlich dem Mengenrabatt erhoffte man sich auch hier durch das Sammeln von Zusatzkilometern eine Geldersparnis.
Ich verlasse somit in wenigen Stunden Punkt 1 und melde mich wieder wenn ich mich an Punkt 2 eingefunden habe. So long.
EDIT. Mittwoch, 9:22:
Ein historischer Moment! Ich nehme zum ersten Mal seit meiner Ankunft die lange Hose aus dem Schrank, welche ich Ende August gewissenhaft mitnahm.
EDIT 2. Mittwoch, 9:27:
Who am I fooling!? Ernsthaft, so kalt kann es gar nicht werden, dass es das Zusatzgewicht wert wäre. Wieder in den Schrank damit.
1) Die hier ist immer noch eine der besten Platten der 70er. Hands down.
2) Natürlich ist im konkreten Fall beides im Widerspruch mit der Realität. Es gibt keine Straße die schnurstraks nach Stockholm führt.
Und Geodäte deshalb, da ich mich schwer durch die Erde graben kann.
Mittwoch, 12. November 2008
Kurioses
Während hier Nacht und Niederschlag um die Vorherrschaft meiner Restzeit in Schweden wetteifern, nehme ich den Kampf mit einer sich seit Tagen ankündigenden Tendovaginitis auf und jage einige Gedanken über die Backbones dieser Kommunikationsplattform in eure Zuhause.
Und da dumme Fragen immer ein guter Gedankenanstoß sind um zum einen nicht wesentlich klügere Antworten zu geben sowie zum anderen überhaupt mal ins Gespräch zu kommen, nehmen wir zugleich eine Frage in Augenschein mit welcher ich bis dato nicht erst einmal konfrontiert wurde: Ob denn wirklich alle Schweden blond seien? Mein gleichgültiges Abnicken gegenüber Langweilerfragen dieser Art hat nun ein Ende - dank der modernen Wissenschaft! Bzw. viel eher der Statistik. Und zwar: hier. Ich befinde mich in der 50-79% Zone.
Und da ich schon mal auf eine Gewaltstatistik zurückgreife nehme ich das auch gleich als Anlass über die drittgrößte Stadt Schwedens zu schreiben. Stockholm als größe Stadt weiß man, Göteborg als zweitgrößte sollte man durch mich auch bereits wissen. Die drittgrößte ist Malmö. Mit 258.000 Einwohner in etwa das Graz von Schweden. Im Gegensatz zu Graz hat Malmö jedoch eine interessante Verbrechensrate. Hier gibt es Gangs, Bankräuber, Schießereien und ein Viertel, genannt "the Ghetto" in das sich die Polizei für gewöhnlich keinen Fuß setzt. Warum also nach Chicago, wenn man den Nervenkitzel auch billiger haben kann. Zumindest in billigerer Ausführung.
Weniger Nervenkitzel dafür wesentlich mehr Spaß verspricht Morokulien. Ein 6 Hektar großes Stück Land genau auf der Grenze zwischen Schweden und Norwegen welches den Gesetzen beider Staaten unterliegt und dessen Daseinsberechtigung hauptsächlich in dem Gedenken über den lang andauernden Frieden beider Länder liegt. Vermutlich rühmt daher der bald 50 Jahre alte Name des Geländer. "moro" ist das norwegische Wort für lustig, "kul" das schwedische Gegenstück. Spaß ohne Ende also.
Zudem ist Schweden das erste (europäische) Land mit einem Denkmal für eine UFO-Landestelle, das längste Wort ist Nordostersjokustartilleriflygspaningssimulatoranlaggningsmateriel-underhallsuppoljningssystemdiskussionsinlaggsforberedelsearbeten (- dieses findet vermutlich genauso oft berechtigte Anwendung wie diverse Donaudampfschifffahrtsgesellschaftswortwürste) und man versucht hier sein Kind Brfxxccxxmnpcccclllmmnprxvclmnckssqlbb11116 zu taufen wenn man gegen die schwedischen Namensgebungsgesetze protestieren zu begehrt. Oder eine noch viel unmenschlichere Namenswahl: Metallica.
Aber gut, ein bizarrer Name ist nicht unbedingt ein Karrierehindernis.
Den Abschluss des Kuriositätenkabinetts überlasse ich der Insel Märket. Schweden und Finnland sind mit dieser im Besitz der kleinsten geteilten Insel der Welt. Diese besitzt zudem eine durchaus kreative Grenzziehung und einen Leuchtturm, der anno 1885 von den Russen versehentlich auf die falsche Seite der Insel gebaut wurde. Nach hundert Jahre andauender Verwirrung und Verärgerung darüber kam man 1985 endlich auf die brilliante Lösung einfach die Gebiete zu tauschen. Herrlich. Hier nachlesen bei Interesse.
Und da dumme Fragen immer ein guter Gedankenanstoß sind um zum einen nicht wesentlich klügere Antworten zu geben sowie zum anderen überhaupt mal ins Gespräch zu kommen, nehmen wir zugleich eine Frage in Augenschein mit welcher ich bis dato nicht erst einmal konfrontiert wurde: Ob denn wirklich alle Schweden blond seien? Mein gleichgültiges Abnicken gegenüber Langweilerfragen dieser Art hat nun ein Ende - dank der modernen Wissenschaft! Bzw. viel eher der Statistik. Und zwar: hier. Ich befinde mich in der 50-79% Zone.
Und da ich schon mal auf eine Gewaltstatistik zurückgreife nehme ich das auch gleich als Anlass über die drittgrößte Stadt Schwedens zu schreiben. Stockholm als größe Stadt weiß man, Göteborg als zweitgrößte sollte man durch mich auch bereits wissen. Die drittgrößte ist Malmö. Mit 258.000 Einwohner in etwa das Graz von Schweden. Im Gegensatz zu Graz hat Malmö jedoch eine interessante Verbrechensrate. Hier gibt es Gangs, Bankräuber, Schießereien und ein Viertel, genannt "the Ghetto" in das sich die Polizei für gewöhnlich keinen Fuß setzt. Warum also nach Chicago, wenn man den Nervenkitzel auch billiger haben kann. Zumindest in billigerer Ausführung.
Weniger Nervenkitzel dafür wesentlich mehr Spaß verspricht Morokulien. Ein 6 Hektar großes Stück Land genau auf der Grenze zwischen Schweden und Norwegen welches den Gesetzen beider Staaten unterliegt und dessen Daseinsberechtigung hauptsächlich in dem Gedenken über den lang andauernden Frieden beider Länder liegt. Vermutlich rühmt daher der bald 50 Jahre alte Name des Geländer. "moro" ist das norwegische Wort für lustig, "kul" das schwedische Gegenstück. Spaß ohne Ende also.
Zudem ist Schweden das erste (europäische) Land mit einem Denkmal für eine UFO-Landestelle, das längste Wort ist Nordostersjokustartilleriflygspaningssimulatoranlaggningsmateriel-underhallsuppoljningssystemdiskussionsinlaggsforberedelsearbeten (- dieses findet vermutlich genauso oft berechtigte Anwendung wie diverse Donaudampfschifffahrtsgesellschaftswortwürste) und man versucht hier sein Kind Brfxxccxxmnpcccclllmmnprxvclmnckssqlbb11116 zu taufen wenn man gegen die schwedischen Namensgebungsgesetze protestieren zu begehrt. Oder eine noch viel unmenschlichere Namenswahl: Metallica.
Aber gut, ein bizarrer Name ist nicht unbedingt ein Karrierehindernis.
Den Abschluss des Kuriositätenkabinetts überlasse ich der Insel Märket. Schweden und Finnland sind mit dieser im Besitz der kleinsten geteilten Insel der Welt. Diese besitzt zudem eine durchaus kreative Grenzziehung und einen Leuchtturm, der anno 1885 von den Russen versehentlich auf die falsche Seite der Insel gebaut wurde. Nach hundert Jahre andauender Verwirrung und Verärgerung darüber kam man 1985 endlich auf die brilliante Lösung einfach die Gebiete zu tauschen. Herrlich. Hier nachlesen bei Interesse.
Sonntag, 2. November 2008
Meer
"Write a blog now, the funk soul brother."1
Mit diesem Cook'schen Songfragment möchte ich mich für die längereEpoche Zeitspanne ohne virtueller Post aus Schweden entschuldigen. Mancheine(r) wurde zwischenzeitlich ohnehin mit realer Post beehrt, hatte ich doch letzten Mittwoch 16 Pakete für 21 Menschen auf die Reise geschickt. Angaben des Inhalts betreffend lasse ich an dieser Stelle einmal aus, schliesslich soll es noch Leute geben, die ihr Päckchen noch nicht empfangen oder geöffnet haben. Zu weiteren Geschehnissen der letzten Wochen:
Als ich vor wenigen Tagen durch den ersten Schnee, welcher sich vorerst nur in der Luft und nicht am Boden befand, vom Einkaufen nach Hause maschierte musste ich an eine Aussage, welche uns bereits in der ersten Woche als Dogma mitgegeben wurde, denken: "Entweder schneit es im Oktober das erste Mal oder im März. Je nachdem wird es ein standhafter Winter oder das übliche Wetter bleibt einem erhalten." Wenngleich Schneemassen einstweilen noch ausbleiben hatte es die letzten Nächte doch schon meist um und unter 5 Grad Minus. Und während sich der Durchschnittsschwede sich mit Freunden im Norwegerpulli bekleidet ums Kaminfeuer schart um Schweizer Käsefondues zu genießen, zieht des den couragierten Jungen aus dem Herzen Europas mehr den je an die frische Luft.
Die frische Meeresluft beispielsweise. "Sonntag am Meer" war der Gedanke, da ich nun seit über 2 Monaten hier bin und noch immer nicht am Meer war. Bzw: "It's funny, you live in the universe but you never do these things until someone pays a visit."2 Gedacht getan, rein in den Zug, von dort in die Straßenbahn, dann Schienenersatzverkehr also rein in den Bus und schon war man am westlichsten Zipfel Göteburgs angelangt. Da ich keine Ahnung hatte was nun, es war zudem auch schon dunkel, bin ich einer Menschentraube gefolgt. Als die eine Fähre betraten tat ich auch das ihnen gleich. Ich wusste weder wohin die Reise ging noch ob ich für den dreiviertelstündigen Transport finanzielle Mittel entrichten hätte sollen doch hier war ich nun. In Vrångö, eine Insel mit 400 Einwohner und wie auch jede andere Insel des Göthenburg'schen Archipel komplett autofrei. In den zwei Stunden die mir bis zur Rückreise blieben konnte Hafen, Hubschrauberlandeplatz und das einzige Geschäft bewundern. Zudem auch noch einige Fotos von dem verschlafenen doch sympathischen Nest schießen. Diese gesellen sich zu anderen Schnappschüssen des vergangenen Monats auf den sobald frisch geupdaten Fotoblog.
Doch zurück zu den über 2 Monaten die ich bereits hier bin. Denn sind es überdies nahezu auf den Tag genau nur mehr eineinhalb Monate die mir hier in Schweden noch bleiben. Am 17. Dezember hat mich Österreich wieder und ich weiß momentan nicht ob ich darüber lachen oder weinen soll.
Falls es überhaupt zu überschwappenden Gefühlsäußerungen diesbezüglich kommen sollte, verspricht der November doch jetzt schon wenig Zeit für solche zu lassen. Konzerte, Reisen und der omnipräsente Schulkram. Doch nun wiedereinmal genug des Was war, was wird. Für's Erste jedenfalls.
1) Fatboy Slim's "The Rockafeller Skank", Astralwerks 1998
2) Dr. Zoidberg
Mit diesem Cook'schen Songfragment möchte ich mich für die längere
Als ich vor wenigen Tagen durch den ersten Schnee, welcher sich vorerst nur in der Luft und nicht am Boden befand, vom Einkaufen nach Hause maschierte musste ich an eine Aussage, welche uns bereits in der ersten Woche als Dogma mitgegeben wurde, denken: "Entweder schneit es im Oktober das erste Mal oder im März. Je nachdem wird es ein standhafter Winter oder das übliche Wetter bleibt einem erhalten." Wenngleich Schneemassen einstweilen noch ausbleiben hatte es die letzten Nächte doch schon meist um und unter 5 Grad Minus. Und während sich der Durchschnittsschwede sich mit Freunden im Norwegerpulli bekleidet ums Kaminfeuer schart um Schweizer Käsefondues zu genießen, zieht des den couragierten Jungen aus dem Herzen Europas mehr den je an die frische Luft.
Die frische Meeresluft beispielsweise. "Sonntag am Meer" war der Gedanke, da ich nun seit über 2 Monaten hier bin und noch immer nicht am Meer war. Bzw: "It's funny, you live in the universe but you never do these things until someone pays a visit."2 Gedacht getan, rein in den Zug, von dort in die Straßenbahn, dann Schienenersatzverkehr also rein in den Bus und schon war man am westlichsten Zipfel Göteburgs angelangt. Da ich keine Ahnung hatte was nun, es war zudem auch schon dunkel, bin ich einer Menschentraube gefolgt. Als die eine Fähre betraten tat ich auch das ihnen gleich. Ich wusste weder wohin die Reise ging noch ob ich für den dreiviertelstündigen Transport finanzielle Mittel entrichten hätte sollen doch hier war ich nun. In Vrångö, eine Insel mit 400 Einwohner und wie auch jede andere Insel des Göthenburg'schen Archipel komplett autofrei. In den zwei Stunden die mir bis zur Rückreise blieben konnte Hafen, Hubschrauberlandeplatz und das einzige Geschäft bewundern. Zudem auch noch einige Fotos von dem verschlafenen doch sympathischen Nest schießen. Diese gesellen sich zu anderen Schnappschüssen des vergangenen Monats auf den sobald frisch geupdaten Fotoblog.
Doch zurück zu den über 2 Monaten die ich bereits hier bin. Denn sind es überdies nahezu auf den Tag genau nur mehr eineinhalb Monate die mir hier in Schweden noch bleiben. Am 17. Dezember hat mich Österreich wieder und ich weiß momentan nicht ob ich darüber lachen oder weinen soll.
Falls es überhaupt zu überschwappenden Gefühlsäußerungen diesbezüglich kommen sollte, verspricht der November doch jetzt schon wenig Zeit für solche zu lassen. Konzerte, Reisen und der omnipräsente Schulkram. Doch nun wiedereinmal genug des Was war, was wird. Für's Erste jedenfalls.
1) Fatboy Slim's "The Rockafeller Skank", Astralwerks 1998
2) Dr. Zoidberg
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