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Everton ist tot. Eine Band die wie keine zweite mein Leben direkt und indirekt geprägt hat ist nun in den verdienten Ruhestand getreten und lässt mir somit keine Wahl anstatt eines Tourberichts der gemeinsamen Tage meine Dankbarkeit und Liebe gegenüber den involvierten Einzelpersonen Evertons Revue passieren zu lassen.
(FH Unterricht, Michi betrachtet den Flyer zur Mike-Park-Triebwerk-Show)
"Cool, die Mike Park Show in Wr. Neistodt. Worst du do durt?"
"Ahm ja. Ich spiel in Everton."
"Wöcha Instrument?"
"Gitarre."
"Cool. Vielleicht schau i ma eich a moi aun, waun spüts ihr es nächste Moi?"
Und so kam es dass ich am 29.11.2006 auf meinen ersten Evertonkonzert im Einbaumöbel, Wien, war. Es folgten einige Konzerte Ende 2006 und Anfang 2007, bei denen ich, dadurch dass ich meistens gemeinsam mit Michi von St. Pölten aus auf die Konzerte fuhr und dann auch noch einige Stunden vor eigentlichen Konzertbeginn anwesend war, die Bandmitglieder privat besser kennen und lieben lernte. Während Michi, Richard und Raffi zu nicht mehr wegdenkbaren Freunden wurden, lernte ich nach und nach indirekt durch ihre Konzerte weitere Liebmenschen kennen, welche einen zunehmend größeren Teil meiner Freizeit, meines Freundeskreises und meines Lebens einnahmen.
Evertonshows wurden zur der besten aller Möglichkeiten viele Freunde, gute Bekannte und Sympathisanten auf einen Fleck anzutreffen. In Everton befand sich der Grundstein zu der Freundschaft zu den liebenswürdigen Menschen in Rika, Destroy Munich, der Sil-Bande, und unzähligen Einzelpersonen und -projekten.
Abgesehen davon danke ich der Band für das Privileg "Roadie" (ich weiß nicht ob ich dieser Bezeichnung gerecht wurde - ich fuhr dann und wann mit dem Auto/Bandbus und spielte Musik für die mich die Hälfte der Anwesenden hassen müsste) auf der Minitour, letztjährigen Tour und diesjährigen Tour sein zu dürfen.
Keine Band habe ich öfters spielen gesehen, mit keiner anderen Band habe ich soviel Zeit verbracht und persönliche Interessen geteilt. Mir fehlen die Worte meiner Dankbarkeit gegenüber Everton Ausdruck zu verleihen. Danke dass ihr mein Leben die letzten drei Jahre so entscheidend mitgestaltelt habt.
Gogo
Bilder der letzten Tour hier.
ganz ehrlich? die inspiration/motivation jetzt doch endlich mit meinem beitrag zum blog anzufangen, war guzys blog. ich weiß nicht, warum ich ihn noch lese, aber ganz ehrlich: wenn er das kann, kann ich das auch. (nur vermutlich besser. in welcher hinsicht sei jetzt mal dahingestellt.)
luxembourg ist für mich, wie so ziemlich jeder stop der reise, einfach nur ein haufen unchronologischer eindrücke von wirrester herkunft, weswegen ich in diesem beitrag auch in keinster weise um eine chronologisch richtige wiedergabe bemüht sein werde. sorry.
ich weiß noch, dass ich sehr erschöpft und müde war als wir das haus unserer hosts gefunden haben, keine ahnung mehr warum, aber das hat sich sofort gelegt als ich Kenn sah, oder noch viel wichtiger: hörte. endlich. endlich wieder amerikanisch. und eine katze in der wohnung. leicht verrückt, aber doch etwas dezent schnurrendes.
aber zurück zu den hosts: er amerikaner, sie rumänin und beide unglaublich gebildete und hochqualifizierte leute in ihren jobs, dennoch konnten wir sie ziemlich aus dem konzept bringen als wir anfingen von schoko-koalas zu schwärmen, die wir im nahen groceries store gefunden hatten. weiters ist festzuhalten, dass gogo und Kenn einen erstaunlich ähnlichen musikgeschmack hatten. teilweise creepy mitanzusehen, hehe.
das nächste highlight und das was mir an luxembourg neben den schwindelerregenden höhen direkt in/unter der stadt am meisten abgehen wird ist ein 1l tetra pak smoothie um weniger als 4€. ich will das. ich brauch das.
weiters muss ich zugeben, dass mich diese stadt einfach vollkommen aus dem konzept gebracht hat. ich war immer überzeugt davon, dass ich über einen recht akzeptablen orientierungssinn verfügen würde, allerdings gehört diese behauptung aus drei gründen der vergangenheit an: 1) luxembourg ist eine stadt in ebenen. demnach bin ich mit höchster wahrscheinlichkeit auch in zukünftigen science fiction städten nicht zu gebrauchen. und 2) gogo hatte die karte und ohne karte eine stadt zum ersten mal zu betreten und mir einen überblick verschaffen zu wollen ist für mich fast ein ding der unmöglichkeit. I'm just walking in circles here... und 3) je mehr städte wir durchkreuzten umso weniger konnte sich mein orientierungssinn behaupten. das ging dann soweit, dass mich mein gefühl bei späteren stops einfach prinzipiell in die falsche richtung zu locken suchte.
aber da wir uns trotz karte doch nicht immer zurechtfanden, gibt es noch einen pluspunkt für diese stadt: menschen, die einfach über die straße rufen, ob man hilfe bräuche, weil wir gerade ratlos und zweifelnd auf die karte starrten, eine antwort nicht abwarten, herüberlaufen und einem sofort erklären, wo man ist und wie man dorthin gelangt, wo man hin will.
nach dem häufigen wechseln der stadtebenen ließen wir uns dann gegen abend im petrus -(hiesiger fluss)- tal, an einer anhöhe, nieder. gegen ende fror ich mir mal wieder den arsch ab, wir vernichteten die letzten reste des smoothie (das ding hat doch tatsächlich einen ganzen tag gehalten) und rollten dann den abhang zum gehweg hinunter, wobei wir uns beide dann wohl doch mehr blaue flecken holten als wir einander eingstehen wollten.
pancakes!!! kenn hat uns pancakes zum frühstück an unserem letzten morgen gemacht. meine ersten, echten pancakes mit syrup.
unsere hosts schickten uns auch zu einer der alten festungen die vom architekten der glaspyramide des louvres ergänzt wurde. und tatsächlich, der anbau war eindeutig der gleiche stil; sogar mehr als offensichtlich, was dann doch eher eine enttäuschung war. weiter den hang hinunter bin ich dann über einen torbogen, der zu einer mauer wurde, gegangen, um eine ecke gebogen und hab mich auf einmal vor einer hecke aus wilden brombeeren wiedergefunden. strike.
um dann von der festung endgültig wieder wegzukommen ohne wieder den ganzen hang raufgehen zu müssen, mussten wir nur über einen zaun klettern und schienen überqueren und schon befanden wir uns in grund (der untersten ebene in der auch die petrus fließt).
als letztes noch ein wort zu den kasematten. ein tunnel system, dass die beiden festungen aus dem mittelalter schon seit eben jenem verbindet. dort unten war es kühl, feucht und dunkel. wobei aber die extrem engen und steilen wendeltreppen am meisten spaß gemacht haben.
soviel also zu der schwindelerregenden stadt und wieder zurück an gogo, was mich mit freude erfüllt, da ich doch ziemlich davon überzeugt bin, dass mein beitrag nichts als schwachsinn ist. seid mir gegrüßt.
Es ist 22 Uhr bis Mademoiselle K et moi in Strasbourg ankommen und bereits am Bahnhof von Couchsurferin Aude, ihrer Mutter und taiwanesischen Couchsurf-Gast Peng Chou erwartet werden. Und während des anschließenden Marsches durch den Petite France-Stadtteil wird offensichtlich, dass Aude wohl das burschikoste Mädchen ist, dass ich je getroffen habe. Aussehen, Kleidung, Gang und Gestik – you name it.
Petite France, im übrigen, reizt mit Fachwerkhäuser (welche ich irgendwie sehr mag) am Rande des Ills1 und ist besonders nachts recht nett anzusehen, fast so nett wie die leicht irritierende protzige Lichtershow2 des Strasbourgers Notre Dame. Die organisierte Religion dürfte in dem touristischen Grenz"städtchen" den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft haben, im Pariser Notre Dame gab es beispielsweise nur Kerzen und Teelichter. Aber irgendeine Einnahmequelle braucht die Kirche ja doch und wenn allerorten vom Tourismus profitiert wird, kann es doch nicht unrecht sein, für sich selbst ein Stück des Kuchens zu beanspruchen. Und da Kuchen in Großstädten teurer sind, verlangt man hier keine 10 Euro für eine Kerze wie in Paris, sondern kann einer milden Gabe von nur 20 Cent einen Pfeiler beleuchten lassen. Wow. Wie lang der Scheinwerfer dann Erleuchtung spendet mag, war mir dann doch keine 20 Cent wert, Neugierde macht nur Spaß solang dieser ohne finanziellen Unkosten nachgegangen werden kann. Aber ja, anhand diesen Beispiels sieht man, dass die Kirche wirklich im 21. Jahrhundert angekommen ist.3 Zyniker würden an dieser Stelle anmerken, dass die Tage von Wasser zu Wein der Vergangenheit angehören und man die Zeichen der Zeit erkannt hat - und nun Scheiße zu Geld macht.
Aber ich bin ja kein Zyniker.
Ansonsten fällt der Strasbourg Aufenthalt auch recht kurz und unspektakulär aus (Kapitel 3 sei Dank) – Posen vor Polizeiautos, Entenfüttern und wieder keine lila-leckere Waffel für unsere unerschrockenen Protagonisten. Wenigstens sinkt die Temperatur wieder etwas und ich kann rechtzeitig zum letzten Stopp in Frankreich meine Hassliebe zu dem Land – bis zum nächsten Jahr, vermutlich – wieder einmal auf Eis legen.1) und den mag ich weil er geschrieben wie eine römische 3 aussieht
2) Zum Link: JA. Genauso war das auch mit dem Notre Dame.
3) Wer mir nun vorwirft das Christentum hätte alten Traditionen den Rücken gekehrt sei darauf verwiesen, dass mir nichts ferner liegt als dies zu behaupten, immerhin weiß doch jedes Kind dass man sich selbst von Sitten von vor 2600 Jahren4 noch nicht verabschiedet hat.
4) Für die eifrigen Link-Klicker: natürlich gehören die Tage der Päderastie vielerorts der Vergangenheit an – von Einzelpersonen/-fällen auf eine ganze Religion zu schließen ist unrecht und kurzsichtig. Und dass der Staat der Vatikanstadt die Schutzaltersgrenze bei 12 Jahren beziffert ist sicher auch nur ein böser Zufall...