Diese Woche ist im übrigen die Erste und Einzige, an der ich an sämtlichen Arbeitstagen - also die Handvoll eines unbescholtenen Pazifisten - Unterricht habe und fühle längst vergessenen Alltagstrott aufkommen. Darum kamen in mir wohl auch Gedankenspiele auf die Ethikvorlesung, in der ich mich befand, durch eine unethische Entscheidung frühzeitig zu beenden. Bevor ich mich zu einem Entschluss durchringen konnte verkündigt der Vortragende man habe etwas früher als geplant den Stoff des heutigen Tages gemeistert und so verlasse ich nach 66 Minuten eine Vorlesung die drei Stunden hätte dauern sollen.
Gewonnene Zeit wurde im Anschluss sogleich in einem Second Hand Shop, auf der Suche nach einer gehobenen schwedischen Lektüre zur Lernunterstützung und dem Selbststudium in der Sprache des Landes, vertan bzw. genutzt, schließlich wurde ich ja fündig.
A propos fündig werden. Meine Wenigkeit versucht die eigene Philanthropie ja heute einmal mehr in gesellschaftlichen Rahmen zu exemplifizieren. Und da die Torschlusspanik ja auch in fremden Ländern keine Pause macht führte ich vor Tagen, in einem Anfall von Tristesse, ein Rechenspiel durch, welches mir in Zahlen vor Augen führte wieviele Fische wohl wirklich noch im österreichischen Meer zu finden sein müssten. Beziehungsweise, um sich einer deutschsprachigen Redewendung zu bedienen, wieviele Mütter wohl schöne Töchter hätten. Zudem unverheiratet, solo, Nichtraucher und mit ähnlichen Bildungsgrad sowie Interesse in Politik und die schönen Künste.
Ausgehend von den 248.640 Mädchen, welche sich in einem für mich datebaren Alter befänden, eliminierte ich nach und nach, Kriterium um Kriterium, hübsche Töchter und kam auf ein Endergebnis von 111 Fischen/Mädchen. Ob diese nun wirklich hübsch oder nur fischig sind konnte ich mit Hilfe keiner Statistik herausfinden. Und wenn man davon ausgeht, dass diese sich gleichmässig über mein Geburtsland verteilen fallen 0,67 davon immerhin auf Sankt Pölten, ganze 22 auf Wien. Und die gilt es nach meiner Rückkehr aufzuspüren. Schließlich möchte ich meine Erzeuger möglichst bald mit Enkelkindern für die großartige Erziehung entlohnen. (Hallo Mama!, im übrigen.)
An dieser Stelle möchte ich nun Sie, verehrter Leser, darauf hinweisen vermutliche Stockungen in der Eintragshäufigkeit dieses virtuellen Tagebuches zu entschuldigen. Ich versuche in den nächsten Wochen meine Energie auf schulische Ausständigkeiten aufzuwenden und befürchte eventuelle Erlebnisse und damit verbundenen Darstellungen könnten dadurch zu kurz kommen.
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