Donnerstag, 4. September 2008

Einkaufen

Ausgehend von Zusammenkunft adoleszenter Menschen zu rhytmischen Klängen und gekühlten Brauereierzeugnissen des gestrigen Abends ging ich heute entschloßenen Hauptes einkaufen. Word-Shopping um exakt zu sein. Dabei handelt es sich um des Fremden bevorzugtes Hilfsmittel sich möglichst schnell in Alltagssituationen des ihm unbekannten Landes zurecht zu finden. Man betrete das Geschäft seines Vertrauens und notiere sich all die wunderlichen Wörter. Zuhause angekommen übersetze man diese und präge sich diese gut ein. Diesen Vorgang wird man wiederholen bis man die Landessprache perfekt versteht, zumindest in geschriebener Form, oder nach wenigen Tagen das Interesse verliert diese überhaupt zu erlernen.

Doch gibt es in dem meinigen Gastland in welchen ich verweile wunderlich schöne Dinge, welche einem den Aufenthalt und somit auch das Erlernen der hiesigen Sprache schmackhaft machen. Zum einen wär da die Falaffelbulle, zum anderen etwa das Promenieren durch das vernieselte Stadtzentrum mit einer Literpackung Joghurt in der Hand. Weniger schöne Dinge umfassen lauthals singende Schweden. Das tun sie natürlich nur wenn sie sich in einen entnüchternden Zustand befinden. Doch dann mit Begeisterung im Affekt und Tinitus am Folgetag. Womit wir uns wieder auf der Party befänden. Als Verweigerer des Verlagern horizontale Verlangen in vertikale Positionen als Art der Kontaktknüpfung bleibt einem zuweilen nur die Alternative vorm stillen Örtchen der Damenwelt abzuhängen. Um dort lateinische Anbandeleien1 auszutauschen und das allbekannte Sonnenblumenfaible auch mal in anglophoner Sprache zu erklären.

Und spontane Wut und Gehässigkeit kann man unter Gleichgesinnten immer noch in der eigenen Landessprache äußern. Aber auch hier hat sich bereits herauskristalisiert, dass die mit Anglizismen verseuchte Umgangssprache eines Jugendlichen sich als tückisch erweisen kann, wenn der oder die gegenüber Wörter wie "bitch" oder "bonern" herausfiltern kann und interpretiert. Nicht dass ich mich jemals dieser Negerlyrik bedienen würde.

Aber a propos einen Knochen vergraben: die Schweden finden da ja richtig kreative Wege dies zu tun. Kreativ fand ich auch als ich heute Geld behob und mir die ATM zusätzlich zu meinem Beleg auch noch einige Transaktionen eines Hotels, einem Restaurant und drei weiteren Kunden auswarf. Es geht halt auch in Schweden mittlerweile der Piratenschutz über Datenschutz.

1) Achtung, zweideutiger Ausdruck.

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