Dienstag, 1. September 2009

Eurotrippin' with K - Part 1 & 2

Eine gegenwärtige/zukünftig-vergangene Ausgabe meiner Person sitzt geruchskreativ und gemartert in einer vollständig mit Ikea-Möbeln ausgestatteten Pariser Wohnung, dreht sich im Kreis beim Versuch die letzten sechs Reisetage in konsumierbar-schlüssige Form zu bringen und fragt sich ob es der zukünftig-gegenwärtigen/gegenwärtigen Version von mir gelingen wird, hier lieblos in einen Block gefuzeltes Gewusel in einem Strasbourger Internetcafé oder ähnlichen in ein nicht minder uncharmantes Pixelgehäuf zu übertragen, so dass diesem noch Sinn und Spannung für den Leser zu hause entnehmen zu sind.
(Ehemals-zukünftig-gegenwärtiger/gegenwärtiger Gogo: Du Querkopf! Bist zu hause und hast es nie länger als 5 Minuten, und da wegen CS, ins Internet geschafft. Gerade du, der keine Zeitungen ließt, da diese nur Ereignisse von gestern enthalten, platzierst dich nun vor den Computer um zwei Wochen alte Geschehnisse zu publizieren? Sellout!)

Und da ich mir gerade einer schwafelnden Laune bewusst werde ab sofort ohne übermäßige Abschweifungen.

Chapter One
"And if you wanna buy some underground CDs afterwards... you can't."1


15. August 2009, Gogo, Munki und Pants betreten den Railjet nach München (Pants verlässt den Zug jedoch wieder in Salzburg), Nachtzug nach Paris in dem ich wieder Pants sehe, jedoch diesmal nicht in Form des Gogobedas sondern die einer Britin. TGV nach Marseille, Regionalzug nach Aix-En-Provence und dort bei mediterraner Hitze mit LL Cool K (alias Little Lara, ehemals Munki) Springbrunnen um Springbrunnen, Park um Park und Touristengässchen um Touristengässchen zu auszukundschaften. Und da einer dieser Gassen in früheren Zeiten dem Prostitutionsgewerbe dienlich war kann man auch heute noch über den Köpfen verschwitzter Touristen dezente bis weniger dezente Phallussymbole in den Geländerverzierungen der Balkone erblicken. Funny stuff.
Chloe und Simon, die hiesigen Couchsurfing-Hosts, im übrigen auch aller erste Güte, vegane Lebensweise gepaart mit Vorliebe für osteuropäischen Punk Rock und den für Franzosen (Achtung! Böswillige Verallgemeinerung mit Wahrheitsgehalt!) typischen beschissenen Fahrstil = yay.

Chapter Two
"So, you guys wanna stay here, or should we check out the huge line at the Eiffel Tower?"2


Stirb Langsam, zweiter Teil. Bruce Willis beschwert sich darüber dass ihm die selbe Schei Bredouille ein zweites Mal passiert und ich fühl mich nach etwa 11 Jahren3 mal wieder so richtig verbunden mit Mr. Willis. Während sich bei ihm jedoch stets Groll gegenüber ihm feindlich gesinnte Terroristen dreht, handelt meine Leidensgeschichte von den Gemeinsamkeiten des Paris des Jahres 2005 zu dem Paris des Jahres 2009. Touristen en masse und zu allem Überdruss schneit selbst mein Todfeind für einige Tage rein: die unerträgliche Hitze. Paris bei 35 Grad. "I don't deserve this."4

Abgesehen von dieser Ärgerlichkeit weiß Paris jedoch zu überzeugen. Klappert man am ersten vollen Tag die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ab, so schafft man es am Tag 2 auch mal in den Louvre und zum ersten Mal schließt sich einem ein potentieller Vorteil der EU-Bürgerschaft: freier Eintritt bis 25 bei Nachweis eines EU-Wohnsitzes – so viel zum Thema "I don't need to be a global citizen..". Und während ich für meinen Teil eine Vorliebe für das Bildmotiv "mit Pferd kuschelnder Löwe" und auf der anderen Seite Missverständnis und überwiegende Ablehnung gegenüber italienischer Kunst zur Zeit der Renaissance entdecke, blüht Kollegin K voll und ganz auf und könnte wohl genauso gut eine Woche im Louvre verbringen. Aber nicht nur der Anblick weltbekannter (und vereinzelt auch furchtbar überbewerteter) Kunstwerke und das geschichtsträchtige Gebäude selbst entlohnen mehrstündige Fussmärsche, sondern auch der Anblick der Ordnungshüter vor den Gebäuden des Louvres: Polizisten mit Inlineskates, lieblich anzusehen und gleichzeitig fit genug um sich eventuell bietende Karrierechancen in Form von Statistenrollen in OPM Musikvideos wahrzunehmen.



1) Simon, nach Darbringung der Sehenswürdigkeiten der Stadt
2) Trotz starker Ablehnung Teenagerfilmen gegenüber, der ist immer noch großartig.
3) Meine kleine Schwester besaß zu diesem Zeitpunkt noch eine verblüffende Ähnlichkeit mit Herrn Willis.
4) Verbringe einen Tag mit mir bei größter Hitze und du wirst den Satz immer und immer hören. Er ist zudem auch wahr.

1 Kommentar:

stefan hat gesagt…

zum thema kunstwerke und ordnungshüter: http://www.andyfreebergphotoart.com/guardians.html