Mittwoch, 27. August 2008

Party

"You can find me in the pub, bottles full of rob."1 Das Semester hat offiziell begonnen und zu den temporären Wahlschweden gesellen sich nun auch wahrhaftige Mittelskandinavier - diesen jedoch ist es nicht vergönnt die freien Bewegungsbahnen der ausländischen Mitstudenten auszukosten und so fluteten sie am Tag des Semesterbeginns im Gänsemarsch und mit einer Hand fest an einem Seil, welches sie in Gruppen zu zehnt bis dreißig knüpft, die Gänge und Räumlichkeiten der Hochschule. Begeistert ließ ich mich über die Ironie des aufgedrängten Verantwortungsentzug der Neulinge aus, just am ersten Tag ihres Studiums und somit - so möge man vermuten - auch der erste Tag einer neuen Selbstständigkeit.

Diese konnten sie jedoch späteren Abends unter Beweis stellen, bzw. alle Annahmen über die Existenz dieser beseiten - das Student Pub zelebrierte den Semesterbeginn. Und während am Dancefloor ernsthafte Moves gebusted wurden, nutzte ich die Zeit bis zur Sperrstunde um mich von meiner geselligen und kontaktfreudigen Seite zu zeigen. Die Schweden im Gegensatz - zumindest laut Klischee - sind ja da eher zurückhaltener, wenn nicht sogar ein bisschen feige. Zumindest wurde mir das von einem, dem Klischee widersprechenden Studenten nahegelegt. An seinen Landsmännern früherer Tage ließ er jedoch kein Haar, sie seien Umfaller, Feiglinge, haben eine seltsame Auffassung von Neutralität und würden sich gerne mal im Norden Europas vom restlichen Europa verstecken, ähnlich wie sich ihre U-Boote seit Jahren erfolgreich in ASW Übungen den Blicken der US Navy entziehen. Diese jedoch nicht frohen Mutes je aufzugeben verlängern Jahr für Jahr das Katz-und-Maus-Spiel mit Schweden um ein weiteres Jahr. Es kann sich allerdings nur um eine Frage der Zeit handeln bis selbst die Schweden sich außer Lage finden ihren U-Boot-Stolz zu finden und dieser erst nach 300 Jahren unverhofft auftaucht um ruhmvoll einen Platz in einem Museum eingeräumt zu bekommen.

Ein Wort noch zum Thema Partytime, excellent. In Skandinavien vorherrschendes Kaffee-Franchise-Unternehmen sind die hier. Und auch wenn ich kein Anhänger koffeinhaltiger Heißgetränke bin, denke ich doch eine Stätte gefunden zu haben um das eine oder andere sozial-behaviorale Experiment mit neurochemischen Einflüssen zu wagen.

1) 50 Cent's "In da Club", Interscope 2003

Keine Kommentare: