Montag, 15. Dezember 2008

Fazit

Nach 28 qualitativ schwankungsfreudigen Beiträgen in hochdeutscher Sprache, vier Monaten in Englisch, Hochdeutsch, selten etwas Schwedisch und Mundart und dem einen oder anderen, durch das hochgestochene Deutsch, frustrierten Leser, bin ich mir nur mehr eines schuldig:
Einen Eintrag in meiner Muttersprache.
Sollen die Hochdeutsch-Fetischisten mal die Frustrierten sein, hier geht's ab jetzt in mittelbairischer Sprache weiter.

Schwe'n. Schee wors scho. Oba de Zeit vageht echt so verdaummt schnöö - undazahbor, dass i murgn zum 17. und 18. moi in den Johr a Flugzeig betritt und des daun des vorläufige End vo Schwe'n is. Oba gmua Sentimentalität, gaunz im Stü Blogs dera Ort werd i im letzten Eitrog vor oim a klaans Fazit ziang.

Sochn, de ma ogeh wean:
  • s'guade Essn & Eikaffa: Falaffelrullen de rulen, Gummizeig des wos ohne Gelatine auskummt, Convenience-Tiefkühkost, de echt fett convenient is, Joghurt in Literbehöta und Gschäfta de jedn Tog bis zehne am Obend offn haum, sogor am Saumsta und Sunntog1. Klor hot Schwe'n a weng gschmoizanare Preise aus Östareich oba bei de sauwan Mändscha aun da Kassa gibt mas Gööd gern aus.
  • De sauwan Mändscha obseids da Kassa. I woas ned woraus liegt oba da Durschnittsschwede is durchaus attraktiv, athletisch2 und modebewusst - egal ob Bua oda Mändsch. Obgesehn vom Optischen saan de Schwe'n afoch scheissliabe Leid. Ned zum aushoitn teuweise. Aun an Zebrastrafn würdest bei denan nie wortn miassn, se redn gern und guad Englisch mit an oba lochn an a ned aus, waun ma si aun an bissl Schwedisch vasuacht. A bissl reserviert saans hoit wenns ums befreindeln geht, oba guad, des wad i a waun ma do im Winta a Dude mit ana kurzen Hosen hoiwat uman Hois foit.
  • De Luft, de füün Baam, de liabn und de Bozn Seen übaroi, söbst des Spazierngeh und Scootan durch de Stodt wird ma föön. Obseids vom Outdoor-Feeling: mei Wohnung. Weniga teia aus österreichische Studentenheime und füü gmiadlicher und gressa. I hob laung und broad überlegt ob i des Foteu auf den i grod sitz fladdan soi. Es is so gmiadli.
  • De Zug vo Schwe'n. De Öbb Ganituan wean ma wie a Fohrt durchn Ostblock vorkemma, so stinkn de im Vagleich ob.

Sochn, auf de i mi gfrei:
  • Auf di.
    Und auf olle aundan meina Lausbuam, Hawaressn und Ahndln, de des do jetzt ned lesn. I werd eich hoisn und siggian wie wenn i nie furt gwesn wad.
  • Autofoan. Mucke im Auto und Gespräche mit Freind im Auto, und afoch dass 10 Kilometer ned des aundere End der Wööd saan.
  • Shows. Gabats jo in Schweden a einige, oba ohne Hollabrunna Szene mochts afoch wenig Sinn. Und obseids vo Shows natirli de leiwaundn Untanehmungen3, fuck yeah.
  • Iglu baun. Wauns nix wird mit an Schnee bei uns, foama durthi, wo's an Schnee gibt. Fixestens.
Sez it. Der Blog stirbt jetzt natirlich ned aus, soboid i wieda unterwegs bin gibts a hier wieda wos zum lesen. Des Kapitel Schwe'n is oba vorerst obgschlossn und i vaobschied mi mit drei kloane Videos, wöche olle offenen Frogen zum Laund klären sollte. Over und out.

1) Waun an da Krogn danoch steht kaumma a sei Post durt obgebn.
2) Es spricht durchaus fia de Schwe'n, dass i mehrmois am Tog übahoit werd - so laungsam geh i a wieda ned.
3) De i hier natürlich ned erwähnen kaun, soit i moi a politische Karriere austrebn wöön. Brennade Hundstrimmalsackal, Eun noch Athen trogn und so a Zeig hoit.
Obgeh und Obhänga.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Second last entry is not the end of time

Tja. Das Warten auf Gogo hat ein Ende - der früh Geliebte, nicht mehr Getrübte, er kommt zurück. Schluss mit dem Menschen zumutbaren Wahrheiten, und Wissen, welches neues Unwissen hervorbringt, unabfindbare Absurditäten und durch Faulheit gehandicapte Ambitionen. Keine Piercings, keine Küsse, kein Alkohol, keinerlei rituelle Tieropfer. Das vorletzte Kapitel der Geschichte, die ich die letzten vier Monate für mein Leben hielt.

Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon darauf freut. Aber wenn einem schon nicht nach Lachen zumute ist, treibt einem das wenigstens nicht Tränen in die Augen.
Also verbreitet die Kunde, ich mach einen Abgang aus dem Land der offensichtlichen Nicht-Holländer und zurück nach Hause zu Familie und Freunden - einer Gruppe von Leuten, denen der selbe imaginäre Ort fehlt.

Nun ist es 4:30 morgens. Es ist immer 4:30 morgens. In knapp einer Woche werf ich mich in ein Flugzeug und sehe zum letzten Mal in diesem Jahr die kleinen Lichter unter mir.
Lass uns gehen, aber: ganz unauffällig.

(Verfasst am Mittwoch den 10.12. - Das oben angegebene Datum ist falsch.)

Samstag, 29. November 2008

Home away from home - Köln & Borås, Freitag & Samstag

Schweden hat mich, wenn auch nicht mehr für lange Zeit, wieder. Wie der erste Eintrag meiner Reise erblickt nun auch der letzte das Licht der Welt aus meinen vier Wänden heraus. Freitag und Samstag Vormittag überließ ich Köln die Ehre, meinen Trip ausklingen zu lassen. Diese Klänge variierten stark von dem wunderbaren Liveklang Sometrees, denen ich am Freitag Abend zu horrendem Eintrittspreis ins Blue Shell gefolgt war, bis hin zum leicht dissonanten, doch sympathischen Gesang alter Wizo Klassiker meiner Couchsurfer-Hostess Lisa beim Nachhauseweg vom erwähnten Konzert.

Was bleibt noch über diese fremde Heimat, Heimat der Mohrrüben1, Kürbisköpfen2 und Kommas3 zu sagen? Zum einen, dass man sich wohl glücklich schätzen konnte, vor Köln vom Weihnachtsrummel verschont geblieben zu sein, Lamas einfach nicht in Fussgängerzonen passen und dass man hier an oder in die Uni geht, niemals auf. Sagte ich gehen? Ich meinte laufen4.

Soviel in aller Kürze zu meinem letzten Stopp, ich werde mich nun daran machen, die Leaks und Nachrichten der letzten anderthalb Wochen nachzuholen. On the road gehen diese immer spurlos an mir vorbei, weswegen ich gerade mal einige Informationsfetzen über ein problemgeplagtes Indien und den Schengenbeitritt der Schweiz mein Eigen nennen kann. Besonders bei zweiterem kann ich jetzt bereits laut gewordene Kritikerstimmen verstehen, habe man mit der Schweiz, dem nachfolgenden Belangen das China Europas, ja seit eh und je seine liebe Not. Unschuldige Vorarlberger, werft ab sofort mehr den je ein ganz besonderes behütendes Auge auf eure lieben Haustiere, um sie vor diebischen Schweizer Haubenrestaurants fern zu halten. Verarbeitet sie lieber selber zu Schmalz, wie bisher.

Zusätzlich zu diesem Wort-Gespeih habe ich im übrigen die bisherigen (Reise-) Posts mit fehlenden Verlinkungen verfeinert, möge dem gelangweilten Durchschnittsleser ein ebenso gelangweiltes Zweitlesen, oder alternativ dem Nachholen von Verpasstem, nichts mehr im Wege stehen. But hurry up before the whole internet goes illegal!



1) Karotten
2) Bluza; in diesem Fall die beleidigende Bezeichnung. (Als Demonstrationszweck sprachlicher Unterschiede und nicht als Beleidigung deutscher Einwohner.)
3) Nachdem man in Activity-Manier beim Erklären und pantomimischen Darstellen eines Beistriches gescheitert war, errang man durch das Aufzeichnen des Beistriches den ersehnten Erfolg in Form eines "Ach, ein Komma"-Ausrufes beim Gegenüber
4) ...und mit "laufen" meine ich gehen. Zumindest als Deutscher.